a-ha - Cast In Steel - Cover
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a-ha Cast In Steel


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Altes Bandlogo, Alan Tarney an den Reglern und kein kommerzieller Druck. So wird aus 2015 wieder 1985, als drei Jungs in einer Hütte in Norwegen ihr Debütalbum schrieben - fast.

Moment mal! Was wollen die denn hier? Das norwegische Trio a-ha (}Morten Harket, Magne Fururholmen und Pal Waaktaar-Savoy) sollte doch eigentlich Geschichte sein. Nun kehren die drei wieder zurück und die Fans verstehen die Welt nicht mehr. Denn nachdem die Band in den 90er Jahren bereits eine siebenjährige Pause eingelegt hatte und im Jahr 2000 mit dem Album „Minor Earth, Major Sky“ zurückkehrte, verabschiedete sie sich im Jahr 2010 zum zweiten Mal mit viel Tamtam von ihren Anhängern. a-ha hinterließen nach „Foot Of The Mountain“ (06/2009) ein Greatest-Hits- („25“, 08/2010) und ein Live-Album („Ending On A High Note: The Final Concert“, 04/2011) und zogen sich aufs Altenteil bzw. in Soloprojekte zurück.

Doch auch das zweite Versprechen, dass a-ha in Rente seien, hielt nicht ewig. Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum ihres Debütalbums „Hunting High And Low“ melden sich Pal, Magne und Morten mit ihrem neuen Studioalbum „Cast In Steel“ und der Ankündigung einer Tournee zurück. Dem Anlass entsprechend, sieht die Typographie des Band-Logos wie auf den Alben in den 80er und 90er Jahren aus. Und auch die Band macht auf dem Cover den Eindruck, als würde sie nie altern. „Cast In Steel“ ist das zehnte Studiowerk der Norweger, an dem sogar ein gewisser Alan Tarney mitgewirkt hat, der die ersten drei a-ha-Alben zwischen 1985 und 1988 produzierte.

Die Band scheint sich ihrer geschichtsträchtigen Rückkehr also durchaus bewusst zu sein, zumal sie damit auch ein Risiko eingeht. Denn ein Comeback ist nur so gut, wie das damit verbundene Album, auch wenn das große Geld mit der Tournee verdient wird, auf der natürlich all die Klassiker gespielt werden. Damit die neuen Stücke live nicht zu sehr aus dem Rahmen fallen, klingen diese vielleicht deshalb auffallend nach dem leicht kitschigen Synthie-Pop der Band-Frühphase. Doch a-ha gelang damals bemerkenswert guter Kitsch. Dies ist heuer nicht der Fall.

Zwar ist es bei nahezu jedem Song unverkennbar, dass a-ha auch weiterhin eingängige Radio-Pop-Melodien schreiben können, die ins Ohr gehen. Doch es fehlen ihnen auf „Cast In Steel“ der Pfiff und das besondere Element früherer Jahre. Die Stücke plätschern mehr oder weniger ereignislos vor sich hin und führen mitunter direkt ins Nirgendwo („Door ajar“). So fallen eher die negativen Dinge auf, wie die unentschlossene Ethno-Pop-Nummer „Living on the end of the world“, ein unnötig mit Orchesterklängen überfrachtetes „Under the makeup“, seichte Midtempo-Nummern wie „Objects in the mirror“ oder Totalausfälle wie „Shadow endeavors“.

Wenigstens kann a-ha dabei zugutegehalten werden, dass sie trotz vieler missglückter Stücke einen Sound entwickelt und beibehalten haben, der unverkennbar ist. Doch das reicht leider nicht, um dieses Album zu retten, das wohl als das schlechteste in die Band-Geschichte eingehen wird. Vielleicht ist das dem Trio eine Lehre. Oder wollen a-ha nun etwa weitermachen und nach ihrer Tour ein weiteres Werk aufnehmen? Wenn ja, dann bitte nicht so wie hier geschehen.

Anspieltipps:

  • The wake
  • Mythomania
  • Under the makeup
  • Goodbye Thompson
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