Saxon - Battering Ram - Cover
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Saxon Battering Ram


  • Label: UDR/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Battering Ram“ kann leider nicht über die volle Distanz überzeugen.

Die alten Haudegen von Saxon veröffentlichen, ähnlich wie ihre Kollegen von Motörhead, durchschnittlich alle zwei Jahre ein neues Album und man fragt sich zwangsläufig, was die Engländer auf all diesen Alben noch zu bieten haben. Vor allem, wenn man sich die Veröffentlichungsschwemme der letzten fünf Jahre ansieht: vier DVDs, zwei, jeweils einen Karriereabschnitt beinhaltende Box-Sets, zwei Live- und drei Studioalben. Genug Szeneklassiker, wie „Strong Arm Of The Law“ oder „Crusader“, haben sie zustande gebracht, wobei auch immer mal wieder ein neues, hervorragendes Album wie „Lionheart“ entsteht.

Grund genug, sich die neue Scheibe vorzunehmen und vorweg: Saxon-Fans werden nicht enttäuscht werden. Geboten wird modern produzierter Metal in Reinkultur mit Instrumentalisten, die ihr Handwerk verstehen und einem Sänger, dessen Stimme eindeutig hervorsticht. Mit dem Titelsong beginnt das Album mit einem typischen Heavy-Metal-Song mit einem Judas Priest-Gedächtnisriff, Doublebass, Hochgeschwindigkeitslicks und einem Biff Byford, der sehr gut bei Stimme zu sein scheint. Trotzdem ist die Nummer etwas zu beliebig. „The Devil’s Footprint“, „Hard And Fast“ und „Stand Your Ground“ sind auch typische Metal-Ware gehen aber gut nach vorne und können überzeugen.

Kleine Einwürfe von Twin-Leadgitarren oder kurzen Galopp-Rhythmen geben diesen Liedern frische Aspekte und zeugen von der immer noch vorhandenen Spielfreude der Band. Etwas mehr im Hardrock der 80er-Jahre verankert sind „Destroyer“ und das Trinklied „Three Sheets To The Wind (The Drinking Song)“. Könnte ersterer auch auf einem neueren Edguy-Album stehen und wächst bei mehrmaligem Hören deutlich, ist letzterer eine Gute-Laune-80er-Hymne, die auch Mötley Crüe gut zu Gesicht gestanden hätte.

All diese Vergleiche sollen jedoch nicht verleugnen, dass Saxon zu den Gründern der NWoBHM gehörten und deren Sound deutlich mitprägten. Die gut aufeinander abgestimmten Gitarren, ein schnelles Riff auf der einen, langsamere Arpeggios auf der anderen, lassen an alte Zeiten anknüpfen. So sind „Top Of The World“ und vor allem das fast doomige, etwas an den Bandklassiker „Dallas 1 PM“ erinnernde „To The End“ mit toller ruhiger Bridge die Highlights des Albums. „Kingdom Of The Cross“ wirkt dagegen etwas obskur, jedoch auf jeden Fall interessant. Nach gesprochener Strophe, folgt eine süßliche, fast poppige Gesangsmelodie vor dem Hintergrund melancholischer Roadmovie-Gitarren.

Über das gesamte Album können jedoch leider nicht alle Songs überzeugen. Man hört die Spielfreude, vor allem der beiden Gitarristen Paul Quinn und Doug Scarratt, doch manche Ideen scheinen zu unausgereift. Nichtsdestotrotz sind einige Perlen zu finden, was Saxon-Fans mit Sicherheit versöhnlich stimmen lässt.

Anspieltipps:

  • The Devil’S Footprint
  • Stand Your Ground
  • Top Of The World
  • To The End

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