Wanda - Bussi - Cover
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Wanda Bussi


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alkoholpegel gehalten: Wandas Rausch geht weiter.

Ein Stöhnen hier, ein Krächzen da: Das Leben machte Wanda hörbar zu schaffen. „Raus aus der Stadt. Taxi!“ Das waren die letzten Worte Wandas auf ihrem famosen Debüt. Diese Ehrlichkeit und die Einsicht, dass der gelebte, verschwenderische Lebensstil auch seine Leiden mit sich bringt, machte das Debüt so sympathisch. Nun sind sie wieder da. Zurück in der Stadt. Erholt? Nein, das passt nicht zu den Österreichern. Oder waren sie doch gar nicht weg? Der Hauptteil der Lieder stammt nämlich aus derselben Produktions-Phase wie die Lieder von „Amore“. „Nur Überbleibsel des ersten Albums“, träfe in diesem Fall bestens zu. Wenn’s denn nur so wäre.

Die Brücke zum Nachfolger wird nicht nur durch zahlreiche Querverweise geschlagen. Thematisch ist Wanda weiter unverkennbar. Keine deutschsprachige Band würde es für notwendig halten - ohne Augenzwinkern wohlgemerkt - Zeilen wie „Ich sauf so viel wie du in einem Jahr, an einem Tag“ zu schreiben. Wanda halten das für notwendig. Nicht weil sie Hilfe wollen, sondern weil sie einfach gerne sie selber sind. Wanda besingen einmal mehr die Höhen und Tiefen des Lebens, wobei man von den Tiefen gar nichts wissen will, denn: „Es muss halt jeder einmal untergehen“. Es geht um Alkohol, Liebe, Alkohol und Alkohol. Das schlägt sich unverhohlen in den Texten nieder. Eine andere Lesart kann es hier nicht geben. Aber Wanda dürfen nun mal alles sagen. Und wenn das Publikum mitsingt, ist die Band da angekommen, wo sie sich am wohlsten fühlt. Alle, die nicht mitsingen, sind in der Zeit wohl damit beschäftigt, das zu kritisieren.

Es sind Kleinigkeiten, die beide Alben unterscheiden. Auf beiden Alben flirren die Gitarren und klimpert das Klavier im Rausch. Warum „Bussi“ aber nicht ganz an das Debüt heranreicht, ist folgender Umstand: Auf „Amore“ fand der Griff zur Flasche mitunter noch über Umwege statt; auf „Bussi“ auf direktem Wege. Ist aber auch logisch. Auch wenn wir nicht wissen wie viel Andi trinkt, die Jungs von Wanda saufen so viel wie Andi in einem Jahr, an einem Tag. Dabei sind aber leider auch ein wenig die Emotionen ertränkt worden. „Amore“ war ein verdammt gutes Album. „Bussi“ ist ein gutes Album. Jetzt lässt sich sagen, dass aus dem Material beider Alben, ein Album vielleicht die bessere Möglichkeit gewesen wäre. „Meine beiden Schwestern“ hätte bestens auf „Bologna“ folgen können und „Nimm sie wenn du’s brauchst“ und „Andi und die spanischen Frauen“ wären ideale Gegenstücke zu „Jelinek“ und „Luzia“. Is a wurscht, Bussi macht auch so Spaß.

Anspieltipps:

  • Meine beiden Schwestern
  • Gib mir alles
  • Nimm sie wenn du’s brauchst
  • Andi und die spanischen Frauen

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7/10

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  • 2019    
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