Bring Me The Horizon - That´s The Spirit - Cover
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Bring Me The Horizon That´s The Spirit


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Linkin-Park-Klon wagen Bring Me The Horizon einen missglückten stilistischen Turnaround.

Mit ihrem vor zwei Jahren erschienenen Longplayer „Sempiternal“ (02/2013) wechselte die britische Band Bring Me The Horizon aus Sheffield zum Majorlabel RCA Records im Vertrieb von Sony Music. Das ist insofern ungewöhnlich, weil die weltweit operierenden Mainstream-Labels kaum etwas mit Bands wie Bring Me The Horizon anfangen können, die stilistisch in deftigen Metal-Gefilden beheimatet sind. Auf der anderen Seite würden die A&R-Leute eines Majors niemals eine Band unter Vertrag nehmen, in der sie nicht einen gewissen Grad an Kommerzialität vermuten. Schaut man sich zudem das Standing von Bring Me The Horizon in der Metal-Szene an, wird klar, dass hier ein stilistischer Turnaround bzw. ein Crossover-Versuch angepeilt wird, der mit dem fünften Album „That’s The Spirit“ seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

Mit dem in Eigenregie produzierten und in Griechenland aufgenommenem Album schlagen Bring Me The Horizon eine ähnliche Richtung wie Linkin Park ein. Will heißen, dass die fünf Briten den Härtegrad ihrer Songs ganz beträchtlich nach unten gefahren haben und plötzlich mit elektronischen Elementen und poppigen Melodien an den Start gehen, die aus ihnen fast schon eine komplett andere Band machen. Zwar ist die alte Emo-Grundlage noch vorhanden und etwas gebrüllt werden darf auch noch, aber machen wir uns nichts vor: Bring Me The Horizon in den Fängen der Industrie sind nicht mehr dieselbe Band wie vor zehn Jahren.

Mit einer komprimierten Wall of Sound und Songs wie „Throne“, „What you need“ oder auch „Blasphemy“ tauchen Bring Me The Horizon tief in den Nu-Metal-Sektor ein, der eigentlich als ausgestorben galt. Dabei steht das Keyboard im Klangbild plötzlich an zentraler Stelle („True friends“) und Breitwand-Balladen wie „Follow you“ und Kitsch wie „Avalanche“ oder auch „Drown“ sind völlig normal. Scheinen zumindest die Jungs von Bring Me The Horizon zu glauben. Denn tatsächlich ist „That’s The Spirit“ nichts weiter als ein gescheiterter Versuch, sich aus dem ranzigen Metalcore-Metier zu retten und im Mainstream-Rock fußzufassen. Mit so einer altbackenen Vorstellung grenzt dies aber fast schon an einen schlechten Witz.

Anspieltipps:

  • Oh no
  • Throne
  • Happy song
  • What you need
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