Crazy Town - The Brimstone Sluggers - Cover
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Crazy Town The Brimstone Sluggers


  • Label: Membran/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer beweisen kann, dass er genau auf dieses Comeback gewartet hat, möge sich bitte melden.

Ein in der Hochphase des Nu-Metal und Rap-Rock veröffentlichtes Majordebüt („The Gift Of Game“, 11/1999), das die Top 10 in den US Billboard Charts erreichte und bis dato mehr als 2,5 Millionen Mal abgesetzt wurde, eine weltweite Nummer-1-Single („Butterfly“) und eine Band, die verrückt genug ist, um die Kids nachhaltig in ihren Bann zu ziehen. All das verkörperte die Gruppe Crazy Town aus Los Angeles zu Beginn ihrer Karriere. Doch bei Crazy Town gingen mehr als nur ein paar Kleinigkeiten schief, weshalb die Gang als One-Hit-Wonder in die Geschichte und nach dem Flop „Darkhorse“ (11/2002) in die ewigen Jagdgründe einging. Scheinbar. Denn jetzt sind Crazy Town wieder da! Fast 13 Jahre nach ihrem letzten Album und elf Jahre nach dem Soloausflug von Sänger Shifty. Wer beweisen kann, dass sie oder er genau darauf gewartet hat, möge sich bitte melden.

Offiziell haben sich Crazy Town bereits im Jahr 2007 wieder zurückgemeldet und davon berichtet, dass sie an einem neuen Longplayer arbeiten würden. Der Arbeitstitel „The Brimstone Sluggers“ kursiert dabei seit gut zwei Jahren durchs Internet. Doch eilig scheinen es Bret „Epic” Mazur (Gesang, Bass, Keyboards), Seth „Shifty” Binzer (Raps, Gesang), Nick „Dax” Diiorio (Bass) und Kevin Kapler (Drums) ganz und gar nicht zu haben. Denn erst jetzt steht das Werk in den Läden. Vorangegangen waren mehrere unschöne Auftritte von Shifty in diversen Reality-Shows, die sich mehr oder weniger darum drehten, wie der 41-Jährige von seinen verschiedenen Süchten herunterkommt.

In diesem Zusammenhang erscheint auch das Comeback von Crazy Town wie eine ziemlich verrückte Schnapsidee. Denn kaum ein Genre ist in der Gunst des Publikums jemals dermaßen hart abgeschmiert wie Rap-Rock bzw. Nu-Metal. So müssen wir uns nun also vorstellen, als schrieben wir zum Beispiel noch einmal das Jahr 2001 und ganz tapfer sein, wenn Crazy Town ein weiteres Mal versuchen, HipHop/Rap mit Rockmusik zu verheiraten. Denn dringlich oder originell ist das nicht, was Crazy Town mit dem Dutzend Tracks ihres dritten Albums anbieten.

Während die HipHop/Rap-Grundlage zumeist einen passablen Old-School-Hintergrund besitzt, ist das Drumherum reichlich spannungsarm ausgefallen. Die Songs plänkeln im gemäßigten Midtempo herum und versuchen an den „Butterfly“-Hit anzuknüpfen („A little more time“). Nur: Es gelingt nicht! Zu wenig Rockgitarren, kaum zündende Ideen und null Pfiff in den Baggy Pants. So kann das Comeback nicht klappen. Auch die aus der Not herausgeborenen Reggae- („Ashes“) und Dancehall-Einflüsse („Lemonface“) machen den Kohl nicht fett. Somit fällt „The Brimstone Sluggers“ glatt durch und reiht sich ein in die Galerie der Comebacks, die die Welt nicht braucht.

Anspieltipps:

  • Backpack
  • Come inside
  • Light the way
  • A little more time
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