Midas Fall - The Menagerie Inside - Cover
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Midas Fall The Menagerie Inside


  • Label: Monotreme Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Darf`s ein bisschen mehr sein? Midas Fall ziehen alle Register und donnern ihren pompösen, verspielten Rock bei Bedarf mächtig auf.

Midas Fall aus Schottland stellen ihre dritte Studio-Platte vor. Gitarrist und Gründer Rowan Burn beschreibt den Stil seiner Band gerne als vom Post-Rock beeinflusst, mit Progressive-Rock-Strukturen durchzogen und von einer kraftvollen weiblichen Stimme beherrscht. Diese würde sich auch im Gothik- oder Symphonie-Rock behaupten. Es stellt sich schnell heraus, dass sich der Sound tatsächlich voll und ganz um die Herausstellung der Persönlichkeit von Sängerin Elizabeth Heaton dreht. Die Musiker bereiten ihr eine dynamisch-voluminöse Basis, bei der die Töne in den dramatischen Phasen der Lieder dichtgedrängt neben- und aufeinander geschichtet werden. Es entsteht dadurch sozusagen eine Welle von Energie, quasi ein Instrumentengewitter. Elizabeth drängt sich ähnlich einer Opern-Diva dazwischen und holt sich selbstbewusst ihren Anteil am Klang, den sie benötigt, um als Frontfrau und Mittelpunkt wahrgenommen zu werden.

Die Band scheut sich nicht, dick aufzutragen und brennt ein Feuerwerk an Klischees ab, die verwendet werden, wenn man Rockmusik bedeutungsvoll, komplex und intellektuell erscheinen lassen will. Es wird vielfach mit Tempo-, Dynamik- und Lautstärkewechseln gearbeitet. Ferner werden Solo-Passagen eingebaut sowie einige Instrumentenspuren übereinander geschichtet. Elizabeth flaniert abwechselnd elfenhaft, verzweifelt, betroffen, beschwörend oder liebreizend darüber hinweg.

Wer sich also zwischen ätherischen Gothik-Rock-Nebeln, bedrückenden Melodic-Rock-Spielereien, verträumten Fantasy-Soundtracks sowie komplexen Progressive-Rock-Verschachtelungen wohl fühlt, wird die Musik von Midas Fall zu schätzen wissen, denn sie verstehen ihr Handwerk. Wer damit aber nichts am Hut hat, dem wird ihr Sound vermutlich zu pathetisch, aufgeblasen, märchenhaft, versponnen und wichtigtuerisch erscheinen.

Anspieltipps:

  • Push
  • Counting Colours

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