Skepticism - Ordeal - Cover
Große Ansicht

Skepticism Ordeal


  • Label: Svart Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Typische Qualitätsarbeit von den Vätern des Funeral Doom.

Um es kurz zu machen: Skepticism sind die großen Pioniere des Funeral Doom - nicht mehr und
nicht weniger. Diese Band ist also ein echtes Original, sehr bedacht und überaus sparsam mit ihrer
Studioarbeit. Von der Stange ist hier jedenfalls nichts. Ihr „Ordeal“ ist das gerade mal fünfte
Studioalbum seit dem Beginn im Jahre 1991. Aber wenn die Finnen erst mal im Studio stehen,
kommt stets etwas ganz Besonderes dabei raus. Wobei: Moment mal! Skepticism waren gar nicht
im Studio - also zumindest nicht für „Ordeal“. Dennoch ist „Ordeal“ ein Studioalbum. Verwirrt? Es
ist eigentlich ganz einfach. Die sechs neuen Kompositionen wurden live vor einem ausgewählten
Publikum gespielt, aufgenommen und erscheinen als Neu-Kompositionen im Live-Gewand. Dass
danach noch ein wenig am Sound gefeilt wurde, fällt dabei gar nicht ins Gewicht, denn immerhin
brauchen Skepticism ja auch einen opulenten, ehrwürdig anmutenden Sound. Live und Studio
verschmelzen auf diesem Album.

Die Härte, das ganze Zähflüssige, das Schwere bleibt natürlich erhalten und bekommt durch die
Live-Performance einen zumindest gefühlten Push nach vorne. Immerhin behauptet der Keyboarder
Eero Pöyry selbst, dass Skepticism auf der Bühne am besten seien. Das möchte man gar nicht erst
bezweifeln und wer eben zweifelt, legt die DVD ein, welche das komplette Konzert nochmal
audiovisuell dokumentiert. Zusätzlich hat die Band noch die älteren Songs „Pouring“ und „The
March And The Stream“ auf beide Datenträger gepackt, was zwar ein wenig inkonsequent anmuten
mag und sicher nicht nötig gewesen wäre, aber auch gut und gerne als Geschenk an die Fans
gesehen werden kann. Wichtig und interessant sind in erster Linie natürlich die neuen Songs,
welche sich bis auf den noisig und opulent zugleich erstrahlenden Doom-Symphonic-Bastard „The
Road“, allesamt in Longtrack-Dimensionen befinden. Die Band bleibt sich und ihrem (selbst
etablierten) Genre treu: „You“, „The Departure“, „Closing Music“ und besonders „March
Incomplete“ sind allesamt fantastisch geschriebene musikalische Reisen, die ein breites Spektrum
an Emotionen, Themen, Ideen aufweisen und die volle Konzentration des Hörers verlangen. Die
Songs nehmen sich alle Zeit der Welt zum Entfalten - am Ende folgt immer eine wahre
musikalische Eruption oder sogar - vorsichtig ausgedrückt - eine Katharsis, welche den Hörer
„Ordeals“ aus den jeweiligen Song führt. Für fröhliches Zwischendurchhören ist „Ordeal“ sicher
nicht geeignet, aber das war bei einem Werk Skepticisms nie der Fall - vom Genre ganz zu
schweigen.

Ob die Entscheidung, dieses Werk live aufzunehmen, jetzt unbedingt nötig gewesen wäre und am
Ende nicht doch nur ein geschickt benutztes Gimmick ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es
fehlen da die Ecken und Kanten, was aber kaum ins Gewicht fällt, wenn man sich klar macht, dass
„Ordeal“ auch ganz einfach als im Studio aufgenommenes Album hätte erscheinen können. Die
neuen Songs überstrahlen die Frage nach der Notwendigkeit sowieso. Immerhin sind Skepticism
nun mal Skepticism und von denen darf man einiges erwarten. Da bildet „Ordeal“ keine Ausnahme.
Fans von gutem (Funeral-)Doom Metal erwartet eines der großen Genrewerke des Jahres 2015. Ein
Must-Have!

Anspieltipps:

  • Momentary
  • The Departure
  • March Incomplete
  • Closing Music

Neue Kritiken im Genre „Doom Metal“
Diskutiere über „Skepticism“
comments powered by Disqus