Annihilator - Suicide Society - Cover
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Annihilator Suicide Society


  • Label: UDR/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein solides Thrash-Werk, das keine Überraschungen aufbietet, aber auch nicht enttäuscht.

Die kanadischen Thrasher Annihilator gehören zwar nicht zu den selbsternannten Big Four des amerikanischen Thrash Metal (dies sind Slayer, Metallica, Anthrax und Megadeth), doch in derselben Liga spielen die Herren um Mastermind und Gitarrist Jeff Waters zusammen mit Exodus, Death Angel, Overkill, Destruction und Testament allemal. Mit ihrem inzwischen 15. Studioalbum „Suicide Society“ meldet sich die Band nun, zwei Jahre nach „Feast“ (08/2013), mit ein paar erheblichen Neuerungen zurück.

Im vergangenen Jahr stieg Annihilator-Sänger und zweiter Gitarrist Dave Padden nach elf Jahren aus der Band aus und verlängerte die Liste der Ex-Mitglieder auf gute zwei Dutzend Personen. Die Folge war, dass Jeff Waters mehr denn je das Ruder in die Hand nahm und neben allen Kompositionen auch sämtliche Bass-, Gitarren- und Gesangsspuren auf Band brachte und zudem den Mix und die Produktion erledigte. Auf ähnliche Weise turnte er sich zuletzt in den 90er Jahren auf Alben wie „Remains“ (1997), „Refresh The Demon“ (1996) oder auch „King Of The Hill“ (1994) aus.

Da sich Jeff Waters allerdings nicht vierteilen kann, besteht das neue (Live-)Line-up von Annihilator ab sofort aus Mike Hershaw (Drums), Cam Dixon (Bass) und Aaron Homma (Gitarre). Hershaw spielte auch auf „Suicide Society“ Schlagzeug und ist damit die letzte Konstante im Dunstkreis von Jeff Waters. Dieser agiert als neuer, alter Sänger mit auffälligen Parallelen zu Megadeth-Kollege Dave Mustaine, ohne dass er sich es nehmen ließ, seine typisch-vertrackten Riffsalven loszulassen („Creepin‘ again“). Doch Annihilator sind alles andere als stur auf 80er-Jahre-Old-School-Sound ausgerichtet. So ist ein Stück wie „Snap“ mit seinem eingängigen Refrain fast schon im Mainstream zu Hause. Zumindest klingen Annihilator hier, als würden sie den Alice-Cooper-Sound der frühen 90er Jahre nachstellen.

Damit stehen Annihilator anno 2015 für melodisch-rockigen Thrash Metal, der sich nicht in eine Ecke drängen lässt und für stilistische Einflüsse offen ist. Dass dabei immer wieder eine besondere Nähe zu Megadeth aufblitzt, bleibt schon allein aufgrund der stimmlichen Verwandtschaft von Waters und Rotschopf Mustaine nicht aus. Doch wer die Kinderschuhe des Thrash Metal in den 80er Jahren gemeinsam miterlebt hat, darf sich mit solchen kleinen Klimmzügen ruhig behelfen. Dass dabei nichts neu erfunden wird, sollte allerdings jedem klar sein. So ist „Suicide Society“ unterm Strich ein solides Thrash-Werk, das keine Überraschungen aufbietet, aber auch nicht enttäuscht.

Anspieltipps:

  • Snap
  • Creepin‘ again
  • Suicide society
  • Narcotic avenue
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