Aerosmith - Rocks Donington 2014 - Cover
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Aerosmith Rocks Donington 2014


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 105 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Aerosmith fegen mit einer mit Klassikern gespickten Show wie ein Tsunami über Castle Donington hinweg.

Am 15. Juni 2014 spielten Aerosmith als Headliner vor 80.000 Besuchern auf dem Download Festival im englischen Donington Park in der Grafschaft Leicestershire. Damit kehrten sie nach 24 Jahren an den Ort zurück, an dem sie im August 1990 auf dem Monsters Of Rock Festival zusammen mit Whitesnake, Thunder, Poison und den Quireboys die wilde Meute rockten. Das Ereignis wurde in HD gefilmt und liegt nun als Blu-ray und DVD vor. Wer es dagegen klassisch mag, kann auch auf eine Doppel-CD und/oder Dreifach-Vinyl zurückgreifen.

Als erfahrene Show-Hasen wussten Aerosmith ganz genau, was sie dem zahlenden Publikum an einem Abend wie dem des 15. Juni bieten mussten: Nämlich keine Alben, die am Stück heruntergespielt werden, wie das „Rocks“ im Titel durchaus andeutet („Rocks“ ist ein Aerosmith-Studioalbum aus dem Jahr 1976) und keine verschollenen Perlen von irgendwelchen Single-B-Seiten. Nein, die Herren Steven Tyler (Gesang), Joe Perry (Gitarre), Tom Hamilton (Bass), Brad Whitford (Gitarre) und Joey Kramer (Drums) stellten ein knackiges Hit-Programm zusammen, das keine Wünsche offen ließ und ganz nebenbei den künstlerischen und kommerziellen Total-Flop „Music From Another Dimension!“ (11/2012) vergessen machte.

Auch wenn Steven Tyler ab und zu etwas die Luft ausgeht und die Band nicht so sauber wie eine Maschine spielt (das überließ man schon früher Gruppen wie Queen), ist der Auftritt auf dem Download Festival eine routinierte Angelegenheit, an der nachträglich nichts beschönigt wurde. Ein Spielfehler bleibt ein Spielfehler. Und wenn Steven Tyler die Worte so zerkaut, dass man den Text nicht mehr versteht, dann hat er ihn vielleicht gerade vergessen. Drauf geschissen! Denn Steven Tyler und Aerosmith verkörpern den Rock’n’Roll der alten Schule, den es heute immer seltener gibt. Sie zelebrieren ihre Show mit energiegeladenen Rocksongs wie „Toys in the attic“ oder auch „Eat the rich“ und Breitwandballaden wie „I don’t want to miss a thing“ und „Dream on“, die zwar kitschig sind, aber 80.000 Menschen zum Mitsingen bringen.

Auf diese Weise baut sich das Konzert wie ein Tsunami auf, der immer mehr an Fahrt und Wucht zulegt, und einer Dramaturgie folgt, die viele Bands heutzutage gar nicht mehr anbieten können, weil ihnen dazu schlicht und ergreifend das Songmaterial fehlt. Irgendwann machen sich diese Pillepalle-Combos dann vom Acker, aber keiner merkt es. Aerosmith steuern dagegen auf 50 Jahre Bandgeschichte zu. Das soll ihnen erst mal jemand nachmachen, der nicht auf den Namen Jagger oder Richards hört.

Anspieltipps:

  • Dream on
  • Mama kin
  • Eat the rich
  • Walk this way
  • Livin‘ on the edge
  • Love in an elevator
  • Dude (looks like a lady)
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