Devil City Angels - Devil City Angels - Cover
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Devil City Angels Devil City Angels


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier wollen ein paar betagte Hardrock-Helden ihren zweiten Frühling heraufbeschwören. Lassen wir ihnen den Spaß!

Gitarrist Tracii Guns (L.A. Guns) und Schlagzeuger Rikki Rocket (Poison) treffen sich bei einem Tribute Konzert, jammen zusammen und fühlen sich gut dabei. Die Supergroup Devil City Angels ist geboren. Kein mystisches Aufeinandertreffen in Übereinstimmungen mit irgendwelchen Prophezeiungen, keine Rettung der musikalischen Landschaft, wie wir sie kennen, oder jeglicher anderer Mumpitz - der neueste Zuwachs im Century Media-Portfolio ist ehrlich, bodenständig und steht dazu. Diese alles andere als hochtrabenden Ambitionen machen sich auch in den musikalischen Kompositionen bemerkbar. Tracii, Rikki, Brandon Gibbs (The Gibbs Brothers, Cheap Thrill, Gesang) und Rudy Sarzo (Quiet Riot, Ozzy Osbourne, Bass) spielen schlichten Hardrock aus den späten 70er- bzw. frühen 80er-Jahren und verzichten auf blumige Schnörkel und heroisches Rockstar-Gehabe.

Die zehn Tracks des selbstbetitelten Debüts sind demzufolge ein wenig, nun sagen wir einmal, oberflächlich geraten. Es gibt keinen doppelten Boden, alles verläuft (mit zwei Ausnahmen) in wohlgeformten 3:30 Minuten nie aus dem Ruder und die obligatorische Ballade zeigt besonders viel Herz und Emotion („Goodbye forever“). Würde hier das Begleitalbum zum „Rock Of Ages“-Musical vorliegen, es würde definitiv Sinn ergeben. Apropos Musical: Wer sich bei den beiden Nummern „I´m living“ und „All I need“ aufgrund der überbordenden Fröhlichkeit an Disney-Produktionen wie „Camp Rock“ erinnert fühlt, versteht, weshalb um das Aufeinandertreffen dieser vier Musiker kein größeres Aufsehen gemacht wird. Die Kompositionen sind dafür schlicht und ergreifend zu unspektakulär und brav geraten.

Gut, im Opener „Numb“ wird ordentlich Druck aufgebaut, der stampfende Lynyrd Skynyrd-Countryflair von „Boneyard“ lädt zum Kopfnicken ein und „Back to the drive“ jammt als netter Sleaze Rocker in der Garage, aber wirklich zwingendes Material wird auf „Devil City Angels“ nicht angeboten. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Reise in die Vergangenheit, als Bands wie Aerosmith und Bryan Adams noch gut waren und Mick Jagger und David Bowie „Dancing in the street“ zum Besten gaben, während Led Zeppelin zuhause am Plattenspieler ihre Runden drehten. Kurzum: Hier wollen ein paar betagte Hardrock-Helden ihren zweiten Frühling heraufbeschwören, indem sie locker drauflos spielen. Lassen wir ihnen den Spaß!

Anspieltipps:

  • Numb
  • Boneyard
  • Goodbye Forever

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