Demon´s Eye - Under The Neon - Cover
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Demon´s Eye Under The Neon


  • Label: Supermusic/ALIVE
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Under The Neon“ ist nicht nur etwas für Retro-Jünger und Rainbow/Deep-Purple-Fans, sondern ganz allgemein ein gutes Rockalbum mit etwas künstlicher Patina.

Wir erinnern uns an das Jahr 2011 und an das Album „The Stranger Within“ von der Band Demon’s Eye, die darauf klang wie eine Reinkarnation von Rainbow und Deep Purple. Als langjährige Coverband von eben jenen Hardrock-Größen lag dies allerdings auch nah. Doch nun liegt das zweite Album der deutschen Band um ihren von Kollege Michael Schenker geliehenen Sänger Doogie White vor, der selbst ehemaliges Mitglied von Rainbow ist. Und die Frage wird sein: Emanzipieren sich Demons’s Eye auf „Under The Neon“ vom genial geklonten Purple/Rainbow-Sound oder geht der Ritt in dieselbe Richtung weiter?

Nun, schon nach wenigen Sekunden des Openers „Epic“ ist klar, dass Demon’s Eye mit ihren Eigenkompositionen so verblüffend nach Deep Purple und Rainbow klingen, ohne dass sie ihre Vorbilder um Riffs und Ideen berauben. Songs wie „Road to glory“, „Five knuckle shuffle“ oder auch „Closer to heaven“ sind stilistisch so sehr in den 70er Jahren verankert und doch eigenständig, dass es eine wahre Freude ist. Eingängige Melodien werden auf einem flauschigen Teppich aus schneidigen Hammond-Orgel-Klängen und satten E-Gitarrenriffs ausgebreitet. Darin mischt sich die markante Stimme von Doogie White, der genau diese epische Theatralik eines Ronnie James Dio trifft („Welcome to my world“).

Diese Vorstellung sollte jeden Rainbow/Deep-Purple-Fan zumindest beeindrucken, auch wenn die Produktion nicht so transparent klingt, wie man es von den großen Vorbildern gewohnt ist. Dafür ist der Sound mit einer analogen Wärme ausgestattet, wie es für Songs dieser Art genau richtig ist. Und dass Demon’s Eye mit ihrer Art sympathischer rüberkommen, als so manche verkniffene Retro-Kapelle mit ach so großen Ambitionen, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Machen wir aber. Denn „Under The Neon“ ist ein Album, das sich kaum Schwächen leistet, selbst wenn es mal eine Spur zu schmalzig wird („Fallen angel“).

Entschädigungen für Ausrutscher dieser Art gibt es mit Tracks wie „Finest moment“, einer Blues-getränkten Ballade im Gary-Moore-Stil, oder dem forschen Rocker „Blood red sky“ (um nur zwei zu nennen) genügend. Grundsätzlich sollte „Under The Neon“ damit nicht nur etwas für Retro-Jünger und Rainbow/Deep-Purple-Fans sein, sondern ganz allgemein ein gutes Rockalbum mit etwas künstlicher Patina.

Anspieltipps:

  • Blood red sky
  • Finest moment
  • Closer to heaven
  • Master of destiny
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