The Black Dahlia Murder - Abysmal - Cover
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The Black Dahlia Murder Abysmal


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Abysmal“ zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, warum man diese Band kennen und lieben gelernt hat oder dies schleunigst tun sollte.

Ziemlich genau zwei Jahre sind um und das bedeutet nichts anderes, als ein neues Album von The Black Dahlia Murder in den Händen zu halten. Nach dieser Band kann man getrost den Wecker stellen! Viel wichtiger als die übermäßige Genauigkeit der fünf Herrschaften Trevor Strnad (Gesang), Brian Eschbach (Gitarre), Ryan Knight (Gitarre), Max Lavelle (Bass) und Alan Cassidy (Schlagzeug) ist allerdings die Qualität der neuen Kompositionen, die seit dem Überhammer „Ritual“ (06/2011) ein neues Level an Durchtriebenheit erreicht haben. Geboren aus pfeilschnellem Todesblei, wütendem Schwarzmetall und einer Prise klassischem Heavy Metal versucht „Abysmal“ als Album Nummer sieben die losen Fäden des Vorgängers „Everblack“ (06/2013) fortzuführen und zu einem stimmungsvollen Ganzen zu vermischen.

Das dürfte den Jungs leichter gefallen sein als gedacht, denn „Receipt“ startet nicht nur mit einer selbstsicheren Auffrischung des typischen Sounds durch, der sich im Melodic Death Metal mittlerweile seine eigene Nische gezimmert hat, sondern knallt auch wesentlich derber mit Gekeife, Growls und rasender Soundkulisse um die Ecke, als man erwarten durfte. Überhaupt gefallen sich die zehn neuen Komposition besonders gut in ihrer von Raserei getränkten Rolle und schnellen ein ums andere Mal über Stromschnellen, die vorangegangene Werke nur gestreift hatten. Die musikalische Einheit aus melodischen Gitarrenleads, einem Berserker-Rumpelstilzchen am Mikrophon und einer wutschnaubenden Trommelfraktion haben The Black Dahlia Murder zudem weitestgehend perfektioniert.

Natürlich handelt es sich bei „Abysmal“ nicht um das Werk einer vor ein paar Wochen gestarteten Schülertruppe, dennoch ist man im ersten Schritt über die gleichbleibend hohe Qualität der Stücke und das enorm wandlungsfähige Klanggerüst erstaunt. Abnutzungserscheinungen müssen beim Fünfer wohl erst nach Album Nummer 12 gesucht werden. Das soll keineswegs heißen, dass Strnad & Co. nicht mit bereits bekannten Schemata und Skizzen arbeiten, die z.B. schon beim Debüt „Unhallowed“ (06/2003) oder „Nocturnal“ (09/2007) zum Einsatz kamen, sondern vielmehr, dass die Michigan-Jungs ihrer stilistischen Wundertüte immer ausreichend Spielfreude beimengen, sodass bei jeder Platte gar nicht erst um deren Daseinsberechtigung diskutiert werden muss.

Paradigmatisch hierfür zählen der unerbittlich groovende Titeltrack, die Rhythmusspielerei „The fog“, der von der Doublebass gesteuerte Hassbrocken „Asylum“ oder der Instantklassiker „Threat level number three“, der das geniale Gespür des Fünfers für Melodie und Härte eindrucksvoll untermauert. Dazwischen lädt das schlammbespritzte „Stygiophobic“ zum Verschnaufen ein und „The advent“ borgt sich einen symphonischen Metalcore-Refrain, der sicherlich nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird, doch wenn „That cannot die which eternally is dead“ mit seiner Gothic Horror-Atmosphäre zum finalen Akt bittet, weiß man wieder, was man an dieser Truppe kennen und lieben gelernt hat: Eine einzigartige Extreme Metal-Erfahrung, die trotz ihres harten Kerns durch Spielfreude und -witz mehr Spaß bereitet als ein unmissverständlich auf Friede, Freude und Eierkuchen getrimmter Radiopopsong.

Anspieltipps:

  • Asylum
  • The Fog
  • Vlad, Son Of The Dragon
  • Threat Level Number Three

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