Malevolent Creation - Dead Man´s Path - Cover
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Malevolent Creation Dead Man´s Path


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein feines Werk für Todesblei-Connaisseurs, das nicht immer auf den Punkt ist, aber diesen Makel zum Glück nur sehr selten aufweist.

Nach dem wortwörtlich zu nehmenden Debüt „The Ten Commandments“ (04/1991), das einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet hat, dass der noch stark mit Thrash Metal verbandelte Death Metal Anfang der Neunziger seinen Weg findet, und einem kurzen Höhenflug neben Größen wie Morbid Angel oder Possessed, verschwanden Malevolent Creation nach und nach von der Top Ten der heißesten Todesblei-Acts. Erst mit „Warkult“ (08/2004) und einem Deal mit Nuclear Blast gelangten Bret Hoffmann (Gesang) und seine Mannen so langsam wieder ins kollektive Bewusstsein der Metal-Gemeinde. Zwei Studioalben später befindet sich der floridianische Schlachthof zwar nicht mehr bei den Damen und Herren aus Donzdorf, dafür hat man bei den Dortmundern von Century Media für Album Nummer 12 namens „Dead Man´s Path“ unterschrieben.

Das Rezept hinter einer zünftigen Malevolent Creation-Nummer hat sich aber kaum geändert, Bret schnetzelt mit Phil Fasciana (Gitarre), Gio Geraca (Gitarre), Jason Blachowicz (Bass) und Justin DiPinto (Schlagzeug) eben am liebsten im Walzertakt durch klassische, von Mozart, Bach und Beethoven inspirierte Opernarien. Zwischendurch dreht er ein paar Pfund rohes Fleisch durch den Zerkleinerer und besinnt sich anschließend auf das, was er und seine Barbershop-Jungs am besten können: Flöte spielen! Alles Quatsch? Selbstverständlich kredenzt der Fünfer ein astreines Old School-Death Metal-Geballer auf den Tisch, dass es nur so kracht. Ein paar Tropfen der köstlich-groovenden Thrash-Soße dürfen natürlich nicht fehlen und garniert wird der wohlschmeckende Eintopf mit Glasscherben-Croutons, damit Brets Stimme nicht ausschließlich blutige Steaks vorgesetzt bekommt.

Im Abgang mundet das Ganze dann ganz herrlich nach Vader (minus symphonischem Ballast), Cannibal Corpse (ohne abgehangenes Trockenfleisch), Krisiun (das technische Geplänkel bleibt jedoch außen vor) oder Deicide (hier hängt das Kreuz aber andersrum) und wenn Tom Araya und seine Jungs von Slayer vorbeischauen, dann bleibt ohnehin kein Stein auf dem anderen. Zu Beginn nehmen sich Malevolent Creation mit dem titelgebenden Opener allerdings noch ein wenig Zeit und tragen die Nummer andächtig zu den Toren der Hölle, die mit „Soul razer“ wuchtig aufgestoßen werden. Eine Runde im Circle Pit später mischt der Fünfer dann in Raserei befindliche Parts mit sägendem Midtempo („Corporate weaponry“), zündet die nächste Stufe im Hochgeschwindigkeitsrausch mit einer kurzweiligen Mitgrölnummer („Blood of the fallen“), schlitzt in „Resistance is victory“ nach Cannibal Corpse-Art gemütlich Bäuche auf und dekoriert die Wohnzimmerwand mit den heraustretenden Eingeweiden, während man vor der Wahl steht, ob sich die thrashende Wucht von „Fragmental sanity“ besser auf der Hochzeits-Playlist macht oder ob es nicht doch ein Track von „Reign In Blood“ sein soll.

Leider werden nicht alle Kompositionen diesem hohen Anspruch gerecht. Das von Rock angehauchte „12th prophecy“ weiß nicht so recht, was es mit sich anfangen soll und auch „Face your fear“ und „Imperium (kill force rising)“ verstehen sich gut aufs Betonieren, haben damit aber bereits ihre Variabilität ausgereizt. Zum Glück befindet sich mit „Extinction personified“ eine gemächlich mahlende Groove-Walze auf „Dead Man´s Path“, die ohne viel Schnörkel einfach über alles drüber rollt, was sich ihr vor die Ketten wirft, gegen Ende ein paar Gänge hoch schaltet und mit Karacho über die Zielgerade brettert. Gut, wir haben ja nicht ewig Zeit! Somit bietet sich dem ehrenwerten Todesblei-Connaisseur ein feines Werk, das nicht immer auf den Punkt ist, aber diesen Makel zum Glück nur sehr selten aufweist. Darüber hinaus merkt man, dass sich Malevolent Creation kurz vor ihrem 30er nicht übernommen haben, sondern passend zum Statement „We have never tried to reinvent the wheel or claimed to be the most brutal death metal band ever. We know what works for us and our limitations“ einfach das anbieten, was sie können. Und das schlägt nicht nur mitten in die Fresse, sondern tritt auch gleichzeitig mit Schmackes in den Allerwehrtesten.

Anspieltipps:

  • Soul Razer
  • Fragmental Sanity
  • Blood Of The Fallen
  • Corporate Weaponry

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