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ASP Verfallen Folge 1: Astoria


  • Label: Trisol/SOULFOOD
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Teil eins einer opulenten Horrorgeschichte, die ASP auf typische Art und Weise vertont haben.

Die vor 15 Jahren gestarteten Frankfurter Dark-Elektro-Gothic-Rocker ASP um Gründer, Mastermind und Namensgeber Alexander Spreng (43) sind bekannt für ihre opulenten Werke, die den herkömmlichen Genre-Rahmen in schöner Regelmäßigkeit sprengen. So arbeiteten sich ASP sieben Jahre und fünf Alben an dem Zyklus „Der schwarze Schmetterling“ (2000-2007) ab und ließen auch danach nicht locker, die Düster-Rock-Szene Jahr für Jahr mit ausufernden Live- und Studiowerken zu beglücken. Heuer und im nächsten Jahr steht mit „Verfallen 1+2“ die nächste große musikalische Erzählung an, die auf der Kurzgeschichte „Das Fleisch der Vielen“ des deutschen Schriftstellers und Drehbuchautoren Kai Meyer basiert.

„Verfallen“ teilt sich auf in „Folge 1: Astoria“ und „Folge 2: Fassaden“. Dabei handelt es sich um eine Gruselgeschichte, die im und um das Hotel Astoria in Leipzig spielt. Im Zentrum der Geschichte steht ein Protagonist namens Paul, den es im Jahr 1919 von Berlin nach Leipzig verschlägt, um dort einen Neuanfang zu wagen. Den Verlauf dieser Geschichte muss man sich wie ein musikalisches Hörbuch vorstellen, das detailversessen und inhaltlich unheimlich Komplex einen Spannungsbogen aufbaut, den der geneigte Hörer tunlichst konzentriert folgen sollte. Ansonsten wird es schwer, die düstere Story mit allen ihren Facetten zu verstehen.

Musikalisch haben ASP einen Konsens geschaffen, mit dem sich auch genrefremde Hörer anfreunden können. Zwischen Erzählpassagen und akustischen Zwischentönen finden elektronische Elemente und harter Gothic-Rock mit Metal-Einflüssen statt. Also im Prinzip die klassischen Grundpfeiler aller Düster-Rock-Vertreter, nur dass ASP im Vergleich zu diversen Genre-Kollegen sympathischer wirken und trotz aller lyrischen Komplexität bei einem gewohnt ausufernden Hang zum Pathos, leichter zugänglich erscheinen. Ein Widerspruch? Vielleicht!

Denn grundsätzlich ist der Hörer aufgefordert, sich in ein monumentales Werk wie „Verfallen: Astoria“ einzuarbeiten. Dazu bietet sich am besten die limitierte Auflage an, die in Form eines großformatigen Hardcover-Buchs daherkommt, das die Geschichte mit tollen Bildern, zusätzlichen Texten und einer Bonus-CD anreichert, auf der sich u.a. eine Lesung von Kai Meyers „Das Fleisch der Vielen“ befindet. Das macht „Verfallen: Astoria“ runder und kaschiert die durchaus vorhandenen Längen in einer Geschichte, die hier ganz bewusst im Detail nicht wiedergegeben wird, um dem Hörer die Spannung nicht zu nehmen.

Anspieltipps:

  • Loreley
  • Souvenir, Souvenir
  • Begeistert (ich bin unsichtbar)
  • Dronen aus dem rostigen Kellerherzen
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