Black Tongue - The Unconquerable Dark - Cover
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Black Tongue The Unconquerable Dark


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Black Tongue hüpfen mit dicken Hosen in den Gatsch. Eine Welle schlagen sie damit aber bei weitem nicht.

Die Prämisse hinter dem ersten Longplayer der britischen Black Tongue klingt vielversprechend. „Too clinically brutal to be a Doom band, too sludgy to be defined as Death Metal, too Dark to be labelled as a Hardcore band“, umschreibt der Pressetext den sogenannten Doomcore der Herrschaften Alex Teyen (Gesang), Eddie Pickard (Gitarre), James Harrison (Gitarre) und Aaron Kitcher (Schlagzeug). Und als Anhänger beider oder auch aller drei Welten zappelt man bereits unruhig vor seinem Abspielgerät und harrt der (hoffentlich) großartigen Dinge, die alsbald durch den Äther schallen werden.

Und wird enttäuscht! Zur Erklärung: Black Tongue schmeißen nicht etwa Crowbar, Black Sabbath und Death in einen Topf, rühren kräftig um und erschaffen etwas Einzigartiges, sondern bedienen sich an den Breakdowns der unzähligen Deathcore- und Metalcore-Bands, die für ein paar Sekunden oder Minuten dem organisierten Stillstand im tieftönenden Keller frönen. Diese Kernessenz wird extrahiert und auf 4 - 6½ Minuten aufgeblasen. Voilà! Das Ergebnis ist ein mühsames Album, das gezeichnet durch seine Langsamkeit nicht weiß, ob es sich gleich die Kugel geben soll oder nicht bereits im Inferno der Hölle gefangen ist.

Kurze Black-Metal-Abstecher („L´appel du vide“), Djent-Rhythmen („The masquerade“) und eine ausgezeichnete Arbeit von Grunzmeister Alex, der sowohl tief grollende als auch noch tiefer grollende Abartigkeiten mit seiner Stimme anstellen kann, werten das schleppende Geschehen zwar auf, man ertappt sich aber ständig dabei, auf den erlösenden Geschwindigkeitsschub zu hoffen, der einfach nicht kommen will. „Vermintide“ beherbergt neben dissonanten Gitarren zwar auch einen formidablen Auftritt von Suicide Silence-Shouter Eddie Hermida und „Prince of ash“ spielt durch zaghafte Temposprünge mit der Erwartungshaltung, das Gefühl, einem einfach nicht enden wollenden Deathcore-Breakdown beizuwohnen, überwiegt jedoch.

Black Tongue versuchen gelegentlich auch mal in stärker vom Doom Metal besiedeltes Territorium vorzudringen („A pale procession II: Death march“) und liefern mit „I´m so tired of sighing. Please lord let it be night“ eine Powerwolf-Messe auf Morphium ab. Die alles verklebende Sludge-Flüssigkeit und der unablässige Lava-Strom aus in die Länge gezogenen Schlagzeugpattern und tief gestimmten Riff-Kaskaden laden allerdings nicht unbedingt zu Jubel-Arien ein. Kurzum: Wenn sich Doomcore ausschließlich als in die Länge gezogener Breakdown versteht, dann warten wir lieber auf die nächste (Sub)Genre-Hochzeit.

Anspieltipps:

  • Vermintide
  • Prince Of Ash
  • A Pale Procession II: Death March

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