Rage Against The Machine - Live At Finsbury Park - Cover
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Rage Against The Machine Live At Finsbury Park


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 81 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Oh shit, it's coming back around again!

Zwischen 1992 und 2003 erschien ein halbes Dutzend Studio- und Live-Alben von Rage Against The Machine, einer Band, die wie keine andere dazu in der Lage ist, Härte und Groove miteinander zu verbinden. Leider gilt die Band seit dem Jahr 2000 offiziell als aufgelöst, wobei es in den folgenden Jahren ab 2007 zu vereinzelten Live-Auftritten kam. So auch am 6. Juni 2010 im Londoner Finsbury Park, wobei dieses Gratis-Konzert eine ganz besondere Hintergrundgeschichte hat.

In Großbritannien gibt es Jahr für Jahr einen ambitionierten Wettbewerb unter Künstlern und Plattenfirmen. Es geht darum, wer in der umsatzträchtigen Weihnachtszeit mit einer Single Platz 1 der UK-Charts belegt. In den vergangenen Jahren waren dies regelmäßig die Gewinner der Casting-Show „The X Factor“. Damit genau dies im Jahr 2009 nicht wieder passierte, wurde die „X-MAS No. 1“-Aktion ins Leben gerufen, bei der über einen alternativen Titel abgestimmt wurde, der dann mit vereinter Kaufkraft auf Platz 1 der Charts gepusht werden sollte. Die Wahl fiel auf den Song „Killing in the name“ von Rage Against The Machine, der tatsächlich an Weihnachten auf dem Siegertreppchen stand.

Rage Against The Machine spendeten die kompletten Einnahmen aus den Verkäufen an die englische Obdachlosenorganisation Shelter und versprachen für den Sommer 2010 ein kostenloses Konzert in London. Dieses wurde selbstverständlich aufgezeichnet und erschien als Bonus-DVD auf dem 2012er Jubiläumsalbum „Rage Against The Machine XX“ (11/2012). Jetzt wird der Mitschnitt noch einmal separat veröffentlicht und liegt deshalb erstmalig auch als Blu-ray vor. Diese enthält einen knackigen, 12 Songs umfassenden 60-Minuten-Gig, der den Finsbury Park zum Erbeben brachte. Und das, obwohl Rage Against The Machine sicher nicht ihren besten Auftritt hingelegt haben.

Keine Frage, der wilde Mix aus Funk, Hardcore-Metal, HipHop und Rap ist auch heuer noch ein echtes Schauspiel. Frontmann Zack De La Rocha (45) schreit und rappt seine zumeist politisch motivierten Texte ins weite Rund, während die Riffs von Tom Morello wie eh und je verblüffen. Denn wo früher ein DJ mit Schallplatten gescratcht hat, zieht Tom Morello heutzutage seine E-Gitarre zu Rate, aus der er auf ungewöhnlichste Weise die verrücktesten Töne herausholt. Leider kann die Rhythmussektion, bestehend aus Brad Wilk (Drums) und Tim Commerford (Bass), ihren beiden Kollegen nicht ganz in Sachen Tempo und Dynamik folgen, wodurch die Grooves manches Mal etwas zäh aus den Boxen kommen.

Doch das ist Kritik auf hohem Niveau. Denn auch wenn Rage Against The Machine ein bisschen in die Jahre gekommen sind, besitzen sie noch immer die Power, die Massen mitzureißen. Und so ist spätestens nach dem Coversong „White riot“ von The Clash der Knoten geplatzt und das Vergnügen bei guter bis sehr guter Bildqualität und einem ansprechenden DTS 5.1 Surround Sound perfekt. Als Abkühlung nach dem Konzert werden dem Betrachter noch etwas Interview-Material und ein Blick hinter die Kulissen des Auftritts in London angereicht, sodass die durchgeschwitzten T-Shirts der RATM-Fans nach insgesamt 81 Minuten Spielzeit wieder trocken sein dürften.

Anspieltipps:

  • Testify
  • Bombtrack
  • Guerrilla radio
  • Bulls on parade
  • Killing in the name
  • Sleep now in the fire
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