Def Leppard - Def Leppard - Cover
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Def Leppard Def Leppard


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein abwechslungsreiches Album, das alle Phasen der Def-Leppard-Karriere abdeckt.

Was haben sich Def Leppard nicht selbst gelobt in der vorangegangenen Promo-Phase zu ihrem neuen Album. Vom besten Material seit „Adrenalize“ (1992) und einer völlig natürlich entstandenen Platte war zu lesen. Und wirklich, die Platte macht enormen Spaß. Zwar kann man ein gewisses Kalkül, vor allem klanglich an frühere Alben anzuschließen, bei den meisten Songs dieses Albums nicht verheimlichen. Jedoch ist das selbstbetitelte Werk eindeutig besser als die letzten Ergüsse der Briten. Das bedeutungslose „Euphoria“ (1999), das weichgespülte „X“ (2002) und auch das durchschnittliche „Songs From The Sparkle Lounge“ (2008) konnten den Langzeittest nicht wirklich bestehen.

Beim Opener „Let’s Go“ macht sich die Angst breit, dass sich dies auch auf diesem Album fortführt. Zu glatt, kalkuliert und lustlos erscheint der zwar unverkennbar nach Def Leppard, aber eher nach aussortierter B-Seite klingende Song. Allerdings bleibt dieser Song mit dem im Refrain allzu sehr nach Nickelback klingenden „We Belong“ und dem völlig belanglosen „Energized“ der einzige Ausfall. Und das ist bei einer Anzahl von vierzehn Songs keine schlechte Quote.

Auch „Dangerous“ klingt eindeutig nach Leppard zu „Hysteria“-Zeiten (1987), allerdings mit einem starken Riff und Gute-Laune-Feeling. „Man Enough“ mit groovigem Basslauf, „Invincible“ mit großer Hookline, das rockige „All Time High“ und das schleppende, mit schöner Dynamik versehene „Wings Of An Angel“ könnten zwischen dem schon erwähnten „Adrenalize“ und „Slang“ (1996) stehen und überzeugen allesamt mit abwechslungsreichen Einfällen und nicht zu sehr aufs Radio und die guten alten Achtziger schielenden Ideen.

Im melancholischen Heavy-Rocker „Forever Young“ überzeugen Joe Elliots Stimme und das gute Riffing und Zusammenspiel der Gitarristen Phil Collen und Vivian Campbell. Akustikgitarren sind auf dem eindeutig von Led Zeppelin beeinflussten „Battle Of My Own“ und der an „Two Steps Behind“ erinnernden Ballade „Last Dance“ zu hören, was die Balladenfraktion erfreuen dürfte.

Nach anfänglicher Skepsis haben die Mannen um Joe Elliot nicht zu viel versprochen. Ein abwechslungsreiches Album, das alle Phasen ihrer Karriere abdeckt, sowie alle Einflüsse, von AC/DC über Queen bis zu Led Zeppelin, auf gekonnte Weise in den ganz eigenen Stil integriert. Modern und doch nicht zu anbiedernd produziert, mit allerlei (Gitarren-)Chören, einem rollenden Bass und fettem Schlagzeug, müsste dieses Album allen Def Leppard-Fans ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern.

Anspieltipps:

  • Dangerous
  • Man Enough
  • Battle Of My Own
  • Forever Young
  • Wings Of An Angel

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