Billy Gibbons And The BFG´s - Perfectamundo - Cover
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Billy Gibbons And The BFG´s Perfectamundo


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Billy Gibbons versucht sich im Autotune und wird hoffentlich seine Lehren daraus ziehen.

Mit ZZ Top hat er in deren fast 50-jähriger Geschichte mit einfachem, aber ehrlichem Blues, Rock und Boogie alles erreicht, was man im Musikbusiness erreichen kann. Nichtsdestotrotz hat sich Frontmann Billy Gibbons nun erstmals an einem Soloalbum versucht. Seine Herkunft kann er jedoch auf diesem Album nicht wirklich verleugnen. Zu sehr ist das Gitarrenspiel und vor allem die Stimme des fast 66-Jährigen mit seiner Hauptband verbunden.

Und damit kommt man auch gleich zum großen Kritikpunkt des Albums, denn die Stimme des Bartträgers wird fast über die gesamte Spielzeit des Albums mit Autotune-Effekten belegt. Bei ein bis zwei Songs hätte man es noch als Abwechslung oder neue Variable ansehen können, so aber ist es eher nervtötend und stört den Genuss des Albums ungemein. Der Opener „Got Love If You Want It“ geht noch als Variante der little ol‘ Band from Texas durch, das vom letzten ZZ Top-Album „La Futura“ stammen könnte und etwas mit Hammond-Orgel und leichten Latin-Rhythmen angereichert wurde.

Was aber danach folgt ist fast nicht auszuhalten. Den alten Soulklassiker „Treat Her Right“ mag man noch als Neuinterpretation so durchgehen lassen, aber „You’re What’s Happenin‘ Here“ mit unsäglicher Rapeinlage und „Sal Y Pimiento“ werden durch das Autotune dermaßen unhörbar, dass man sich unweigerlich fragt, ob hier wirklich der sonst so traditionell Bluesrock spielende Gibbons am Werk ist. „Pickin‘ Up Chicks On Dowling Street“ und „Quiero Mas Dinero“ haben gute Ansätze und sind teilweise hörbar, jedoch hat man es sich nicht nehmen lassen, in jedes Lied einen Teil einzubauen, der auch den letzten Optimisten zurücklässt. Lediglich „Piedras Negras“ und das fast instrumentale „Q-Vo“, wen wundert’s, sind nochmal so etwas wie ein Hoffnungsschimmer, der „Perfectamundo“ allerdings auch nicht mehr retten kann.

Musikalisch ist das ganze nicht schlecht umgesetzt. Die typischen fetten Blueslicks und –riffs, mit allerlei südamerikanischen Rhythmen und Instrumenten unterfüttert, bieten einen abwechslungsreichen Klang. Dieser kann jedoch nicht über die Kanye West oder Daft Punk-Gedächtnisroboterstimme hinwegtäuschen, mit der versucht wird dem Album einen modernen Anstrich zu verpassen, es aber letztlich zu einer Karikatur dessen werden lässt.

Anspieltipps:

  • Got Love If You Want It
  • Piedras Negras

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