Selena Gomez - Revival - Cover
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Selena Gomez Revival


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das übliche Produzenten- und Songschreiber-Lotto wirkt sich auf „Revival“ komplett anders aus, als erwartet.

Normalerweise werden der an die schreibende Zunft bemusterten Musik (egal ob digital oder physisch) sogenannte „Waschzettel“ mit den „Album-Facts“ beigefügt. Diese erstrecken sich in der Regel über ein bis zwei Seiten und sollen die Rezensenten ganz elegant auf die „richtige Fährte“ für die Bewertung der Musik locken. So weit, so gut. Für das fünfte Studioalbum von Selena Gomez (23) gelten dennoch andere Regeln. Für „Revival“ hat die Presse-Info den Umfang einer durchschnittlichen Tageszeitung, eingenommen, damit die Schreiberlinge den Menschen und die Künstlerin Selena Gomez auch wirklich von allen Seiten richtig kennen und schätzen lernen. Doch jetzt mal ehrlich: Wer soll eigentlich die Zeit haben, um sich den hochglanzlackierten Verkaufssermon in seiner ganzen epischen Breite durchlesen? Da schauen wir uns doch lieber das reizend bebilderte Booklet von „Revival“ an und erahnen, dass Selena Gomez diesmal tatsächlich etwas, ähem, mitzuteilen hat.

Doch mal ehrlich: Wer soll eigentlich die Zeit haben, um sich den hochglanzlackierten Verkaufssermon in seiner ganzen epischen Breite durchlesen? Da schauen wir uns doch lieber das reizend bebilderte Booklet von „Revival“ an und erahnen, dass Selena Gomez diesmal tatsächlich etwas, ähem, mitzuteilen hat. Also lassen wir die Musik sprechen, die erstmals über das Label Interscope Records veröffentlicht wird und im Hintergrund von einer wahrhaften Studiomeute zusammengerührt wurde, die auf Namen wie Nolan Lambroza, Stargate, Benny Blanco, Nick Monson, Rock Mafia, Chris Braide, Steve Mac und Max Martin hört. Diese hat schon Acts wie Jason Derulo, Lil Wayne, Justin Bieber, Lady Gaga, Rihanna, Ne-Yo, Wiz Khalifa, Miley Cyrus, P!nk, Britney Spears, Katy Perry, Kylie Minogue, Pixie Lott, Boyzone, Emma Bunton, Ciara und Leona Lewis mit Hits versorgt und wird sicher auch für Selena Gomez ein paar Gassenhauer aus dem Hut zaubern.

Oder vielleicht doch nicht? Denn das übliche Produzenten- und Songschreiber-Lotto wirkt sich auf „Revival“ komplett anders aus, als erwartet. Scheinbar hat es für den Longplayer einen stilistischen Masterplan gegeben, der einen kaum zu identifizierenden Sound-Gemischtwarenladen unterbindet, der wie immer von zu vielen Köchen herrührt. Stattdessen spricht das Album eine klare, eigene musikalische Sprache. Außer bei ihren Fans wird Selena Gomez auch dafür wohl keine großen Hallelujas ernten, doch es bleibt festzuhalten, dass „Revival“ vom treibenden Dance-Pop der früheren Werke abweicht und mit überwiegend im Midtempo-Bereich gehaltenen Tracks ungewöhnlich ruhig und fokussiert auftritt.

Mit diesem elektronisch angehauchten R&B-Sound überrascht die 23-Jährige, kann aber über die gesamte Spielzeit nicht überzeugen. Irgendwas zu meckern gibt es eben immer. Hier ist es die fehlende Abwechslung, die lediglich durch Tracks wie „Kill em with kindness“ und „Me & the rhythm“ entsteht. Drüber hinaus blubbern die Beats mal bedächtig („Same old love“) und mal etwas fordernder („Sober“) vor sich hin, lullen den Hörer aber auf Dauer ein, auch wenn Rapper A$AP Rocky seinen Senf dazugeben darf („Good for you“) und eine Ballade wie „Camouflage“ durchaus Potenzial hat. Das ist in der Menge klar zu wenig, aber kein Vergleich mit den katastrophalen Vorgängern. Und so kann eine schwache Note am Ende sogar eine gute sein.

Anspieltipps:

  • Sober
  • Survivors
  • Camouflage
  • Kill em with kindness
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