Ellie Goulding - Delirium - Cover
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Ellie Goulding Delirium


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album wie eine Überdosis Sahnetorte, die mit Cherry Coke runtergespült wird.

Die englische Sängerin und Songschreiberin Ellie Goulding (28) hat es innerhalb von nur drei Jahren mit zwei Studioalben und einem Dutzend (!) Singleauskopplungen geschafft, zu den kommerziell erfolgreichsten Vertretern ihrer Zunft zu gehören. „Lights“ (05/2010) und „Halcyon“ (10/2012) sowie die beiden Schwesteralben „Bright Lights“ (12/2010) und „Halcyon Days“ (08/2013) verkauften sich zusammen mehr als sechs Millionen Mal, während von den Singles mehr als 20 Millionen Einheiten abgesetzt werden konnten. Allein die Single „Love me like you do“ aus dem Soundtrack zum Film „Fifty Shades Of Grey“ (02/2015) hat sich mehr als 3,5 Millionen Mal verkauft. Das sind Superstar-Dimensionen, die selten geworden sind und eine Erwartungshaltung mit sich bringen, die zu erfüllen immer schwerer wird.

Obwohl Ellie Goulding gefühlt nie weg war, liegt das letzte Album bereits drei Jahre zurück. Mit „Delirium“ liegt nun aber endlich der langersehnte Nachfolger vor, an dem die 28-Jährige zusammen mit erfolgserprobten Produzenten und Co-Songwritern wie Jim Eliot, Klas Ahlund, Ryan Tedder, Greg Kurstin, Max Martin, Ilya Salmanzadeh und Guy Lawrence gearbeitet hat. Standen auf „Halcyon“ noch diverse persönliche Abgründe im Fokus der Songs, möchte „Delirium“ nun ein großer, bunter Pop-Spaß sein, der die Hörerschaft mit ausgelassener Stimmung einfängt.

Das Album-Intro mit seinen sakralen Gesängen macht zwar noch nicht den Anschein, doch bereits das folgende „Aftertaste“ ist ein fröhlicher Popsong, der sofort im Ohr hängenbleibt und die Richtung für den Rest des Albums vorgibt. Tanzbar, eingängig und betont simpel zerren die Songs den Hörer auf den Dancefloor. Diese sind modern arrangiert und scheuen sich nicht vor allerhand technischem Schnickschnack, wie die für Ellie Goulding typischen übereinander geschichteten Gesangsspuren. Mit dieser Ausrichtung gelingen Ellie Goulding und ihren Kollaborateuren ein paar passable Tracks mit Hit-Chancen („Holding on for life“, „Around U“, „Don’t panic“), doch die große Klasse von „Love me like you do“ erreicht kein weiterer Song auf „Delirium“.

Zudem fehlt „Delirium“ auch ein wenig Abwechslung, mit der die aufgeblasene Dicke-Hose-Produktion beweisen könnte, dass sie mehr kann, als Partystimmung zu verbreiten und den Dancefloor anzupeilen. So ist das schon in der Standardversion mit 16 Songs vollgestopfte Album (die Deluxe-Ausgabe kommt sogar auf 22 Stücke) irgendwie viel zu viel des „Guten“. Der Hörer wird mit Songs überfrachtet, die alle demselben Schema folgen und am Ende eine Wirkung haben wie eine Überdosis Sahnetorte, die mit Cherry Coke runtergespült wird.

Anspieltipps:

  • Around U
  • On my mind
  • Holding on for life
  • Love me like you do
  • Something in the way you move
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