Cee-Lo Green - Heart Blanche - Cover
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Cee-Lo Green Heart Blanche


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Cee-Lo Green präsentiert eine Wundertüte prall gefüllt mit dem Sound der Achtziger.

Mit der, wie die damaligen Labelkollegen OutKast, aus Atlanta stammenden HipHop-Formation Goodie Mob hatte er seinen Durchbruch und schon dort zeichnete sich ab, dass Cee-Lo Green mehr ist als ein Rapper. Auch auf dem Debütalbum seiner früheren Formation gab es starke Einflüsse von Soul, Gospel und Blues zu hören. Heute ist Green ausschließlich Sänger und lässt alle genannten Einflüsse in seine Soloalben einfließen, wobei er auf „Heart Blanche“ mit Vorliebe aus den Achtzigern zitiert.

Das wird mit dem Synthiepop-lastigen „Heart Blanche Intro“ mehr als deutlich und verfestigt sich im Laufe des Albums. Da hört man The Cure-Gitarrenlinien im starken „Est. 1980s“, klare Reminiszenzen an Prince im radiotauglichen „Working Class Heroes (Work)“ oder ein Sample des eher nervtötenden „Music“ von John Miles in „Tonight“. Beim Hören des ganzen Albums wird allerdings klar, dass es, auch wenn er „I was made in the eighties“ behauptet, nicht nur die Achtziger sind, die ihn beeinflussten. Auch die Sechziger und Siebziger sind klar in der Identität Greens verhaftet.

„Mother May I“ funktioniert als langsamer, aber treibender Soulfunk im Stil der Isley Brothers, gut in Szene gesetzt von Mark Ronson, der bei diesem Stück hinter den Reglern saß. Den Soulcrooner vom Feinsten gibt Green im Highlight des Albums „CeeLo Green Sings The Blues“. Otis und Wilson Pickett lassen grüßen. Überhaupt ist der Gesang die tragende Säule des Albums, der über manchmal zu offensichtliche Kompositionen hinwegtäuscht. Auch in „Purple Hearts (Soldier Of Love)“ und „The Glory Games“ gibt Green herausragende Gesangsleistungen zum Besten.

Das schon erwähnte „Tonight“ läutet die schwächste Phase des Albums ein, denn dieser Song kann wegen des zu extremen Pathos im Zusammenspiel mit dem Sample nicht wirklich überzeugen. Auch das folgende „Robin Williams“ mit Textzeilen wie „We don’t know what the next man’s going through“, wirkt allzu platt. Beide Songs sind zu kalkuliert und schielen auf hohes Radioairplay. Trotzdem kommt danach ein weiteres Highlight mit „Sign Of The Times“. Der moderne, lässig vor sich hin groovende RnB-Song lässt die nächste Sommerparty kaum erwarten.

Green ist ein abwechslungsreiches Album gelungen, auch wenn nicht jeder Song vollends überzeugen kann. Trotzdem sind viele Highlights zu finden und beim nächsten Album müsste nur noch vermieden werden, allzu glattpoliert und radiotauglich zu klingen, um sich vom dortigen Einheitsbrei noch eindeutiger abzuheben.

Anspieltipps:

  • Est. 1980s
  • Mother May I
  • Sign Of The Times
  • CeeLo Green Sings The Blues
  • Purple Hearts (Soldier Of Love)

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