Subsignal - The Beacons Of Somewhere Sometime - Cover
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Subsignal The Beacons Of Somewhere Sometime


  • Label: Golden Core/ZYX
  • Laufzeit: 61 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band, die sich unaufhörlich steigert: Subsignals viertes Studioalbum ist ihr bislang reifstes und bestes.

Wenn man mittlerweile auf eine Band aus dem Prog-Sektor zählen kann, dann ist es Subsignal. Als sie im Jahre 2009 ihr Debüt „Beautiful & Monstrous“ veröffentlichten und schließlich „Touchstones“ (2011) und „Paraiso“ (2013) folgen ließen, konnte der Hörer eine klare Entwicklung nachvollziehen. Es ging dabei um das Abgrenzen von der übermächtigen (und legendären!) Vorgängerband Sieges Even, aber wahrscheinlich auch um die Übernahme der Anhängerschaft. Hauptsächlich wollten Subsignal aber wohl eine eigenständige Band mit eigenständigem Sound werden und das haben sie Schritt für Schritt erreicht. Gerade im Prog verhaspelt, verzettelt, wiederholt man sich schneller als gewollt. Subsignal gehen da einfach ihren Weg und veröffentlichen die Musik, auf die sie Lust haben. Das merkt der Hörer und er merkt es beim vierten Studioalbum mehr denn je. „The Beacons Of Somewhere Sometime“ - das Cover-Artwork mit dem schwarzen Schwan auf nächtlichem See erinnert frappierend an Amorphis' „Silent Waters“ - ist zumindest lose als Konzeptalbum angelegt. Verlust und Trennung als Hauptthema ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album, welches in seinem Titel- und Longtrack ein großes Finale findet.

Nach dem eher leichtherzigen, unbeschwerten und bisweilen sogar poppigen „Paraiso“ (2013) besinnt sich die deutsch-niederländische Freundschaft auf ihre noch stark von der Vorgängerband beeinflussten Wurzeln. „The Beacons Of Somewhere Sometime“ ist somit wieder melancholischer, düsterer und stellenweise sogar regelrecht in sich gekehrt, ohne dabei die Errungenschaften der jüngeren Bandgeschichte zu verleugnen. Auch „The Beacons Of Somewhere Sometime“ lebt von seinen großen, großen Melodien, einer für den Progressive Rock ungewöhnlichen Eingängigkeit sowie von den Meisterleistungen seiner Musiker (Sänger inbegriffen!). Auch dass Subsignal nur allzu gerne ihre Songs charmant und stilsicher dekorieren, ist gottlob geblieben. Saxophon, Piano und ein stark elektronischer Keyboard-Sound in einem Song? Subsignal machen es im spannenden „And The Rain Will Wash It All Away“ möglich. Ein metallisches Intros, das in einen radiotauglichen Rocker mit progressiven Spitzen einläutet? „Ashes Of Summer“ hat all das. Die kleinen Details machen auch auf „The Beacons Of Somewhere Sometime“ einen Großteil der Faszination aus und bescheren der Band ein für alle Mal einen eigenen und wiedererkennbaren Sound.

Am besten ist die Band jedoch auch weiterhin, wenn sie ihren unglaublich melancholischen Progressive Rock (mit gelegentlichen Ausflügen in Prog Metal und Neo-Prog) auf opulente Art und Weise ausspielen, und Saitenzauberer Markus Steffen am besten noch ein passendes Gitarrensolo hinlegt oder seine Akustikklampfe auspackt. Während die Ballade „A Myth Written On Water“ die Pole Position der ruhigen Subsignal-Songs sicherlich für sich einnehmen kann, gehören vor allem das nachdenkliche Opener-Doppel „The Calm/Tempest“ sowie das schmissige, mit hypnotischen Akustikgitarren-Hauptthema ausgestattete „Everything Is Lost“ zu den feinsten Momenten der Bandgeschichte. Stets schwingen ein gewisser Bombast und eine stilsicher eingebaute Opulenz mit, was ein gelungener Kontrast bezüglich der überwiegend ruhigen, beinahe schon intimen Grundstimmung der Kompositionen, ist. Im Titeltrack, welcher in vier einzelne Parts gesplittet ist und glücklicherweise dadurch den großen Fehler, möglichst verkopft und kompliziert zu sein, umschifft, nutzen Subsignal ihre Stärken gezielt.

Hier bringen die fünf Musiker ihre Qualitäten auf einen Punkt und bieten die Quintessenz dessen, was ihre Musik ausmacht. Bis zum großen Finale entführen sie auf eine detailreiche, spannende Reise voller Ideen, agieren zusätzlich sowohl komplex als auch wunderbar eingängig. So wird ein verdammter Longtrack geschrieben. So und nicht anders. Mit ihrem vierten Album sind Steffen, Menses, Schwager und die Neuzugänge Di Gennaro und Brand wieder eine Stufe weiter nach oben geklettert. In der Rezension zu „Paraiso“ hieß es noch: „Ein kleines, stilles, streckenweise fast intimes Album mit mächtiger Wirkung und unüberhörbarer Reife.“ Für „The Beacons Of Somewhere Sometime“ kann jenes Fazit gut und gerne übernommen werden - auch wenn der „The Beacons Of Somewhere Sometime“ alles andere als „klein“ ist.. Subsignal machen kleine, aber spür- bzw. hörbare Schritte nach vorne, erarbeiten sich ihren eigenen Sound wie eh und je und vermeiden es, sich zu wiederholen - jedoch auch, sich unnötigerweise zu verbiegen! Diese Band steuert ganz klar den Prog-Olymp an und soll diesen auch erreichen. „The Beacons Of Somewhere Sometime“ ist der bisherige Zenit Subsignals, ihr reifstes und bestes Werk, welches mehr denn je mit einem unverkennbaren, beinahe magischen Sound den Hörer in seinen Bann ziehen wird. Wer waren nochmal Sieges Even?

Anspieltipps:

  • Tempest
  • And The Rain Will Wash It All Away
  • A Myth Written On Water
  • The Beacons Of Somewhere Sometime (Part 1, 2, 3, 4)

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