Nazareth - No Means Of Escape - Cover
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Nazareth No Means Of Escape


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 173 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine leicht bizarre Veranstaltung, die der geneigte DVD/Blu-ray-Käufer hier bei guten Bild- und Tonverhältnissen geboten bekommt.

Im vergangenen Jahr veröffentlichten die schottischen Rocker von Nazareth ihr neues Album „Rock’n’Roll Telephone“ (06/2014). Mit diesem Werk verabschiedete sich Frontmann Dan McCafferty von der Band und ihren Fans und übergab das Mikro an seinen Nachfolger Linton Osborne, der nun zusammen mit dem einzigen verbliebenen Originalmitglied Pete Agnew sowie Jimmy Murrison und Lee Agnew das Schiff auf Kurs halten soll.

Wer sich neben dem leider nur mittelmäßigen „Rock’n’Roll Telephone“-Album ein Bild davon machen möchte, wie Nazareth heute klingen, bekommt nun mit der Live-DVD/Blu-ray „No Means Of Escape“ eine gute Gelegenheit geboten. Darauf befindet sich ein am 14. November 2014 vor einem speziell ausgewählten Publikum in den Londoner Metropolis Studios aufgenommenes Konzert sowie eine 50-minütige Dokumentation namens „Made In Scotland”. Darüber hinaus wird mit „Sunshine“ noch ein akustischer Session-Track sowie ein Extra-Interview mit Dan McCafferty und Pete Agnew geboten.

Das Metropolis bietet nur einen relativ kleinen Saal mit einer entsprechend beengten Bühne, die unmittelbaren Publikumskontakt ermöglicht und nur eine kleine Lightshow zulässt. Der Bewegungsradius on stage ist dermaßen eingeschränkt, dass die Band sich quasi nicht vom Fleck bewegt, was schwer zulasten der Dynamik geht. Besonders Linton Osborne kommt dabei nicht wirklich gut weg. Er gibt mit Muscle-Shirt und Vollbart das Bild eines tapsigen Tanzbärs ab, der die Ausdrucksfähigkeit eine Telefonzelle hat. Auf diese Weise wirkt der gesamte Auftritt wie der einer Kneipen-Cover-Band, die an diesem Abend zufällig ein paar Nazareth-Songs spielt.

Die Fans der „alten Nazareth“ werden bei diesem Anblick wohl schlucken müssen. Denn die Band agiert mit der Power eines leckgeschlagenen Supertankers, der in seinen Heimathafen zurückgeschleppt werden muss. Sie spult die Hits der 70er Jahre brav ab, streut zwei neue Songs vom aktuellen Album ein und ist dabei handwerklich gar nicht mal schlecht. Nur leider will dabei kein Funke überspringen. Blickt man ins Publikum des Metropolis, bestätigt sich der Eindruck. So statisch wie die Band auf der Bühne verharrt, so stehen sich auch die Konzertbesucher die Beine bewegungslos in den Bauch. Fazit: Alles in allem eine leicht bizarre Veranstaltung, die der geneigte DVD/Blu-ray-Käufer hier bei guten Bild- und Tonverhältnissen geboten bekommt.

Anspieltipps:

  • Love hurts
  • Bad bad boy
  • Razamanaz
  • Hair of the dog
  • Expect no mercy
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