Grave Digger - Exhumation: The Early Years - Cover
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Grave Digger Exhumation: The Early Years


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Neuaufnahmen aus den ersten vier Alben der deutschen Heavy-Metal-Urgesteine.

Den Fans für ein Bandjubiläum ein besonders dickes Schmankerl mit auf den Weg zu geben, kann verschiedene Schwierigkeitsstufen haben. Am waghalsigsten ist mit Sicherheit ein brandneues Album, das mit den Stärken der Diskographie mithalten kann und dennoch nach vorne blickt. Wenn man sich allerdings für die einfache Variante entscheidet, dann legt man zum Dreißiger einfach eine Zusammenstellung von Neuaufnahmen von Songs aus der Anfangsphase vor, um diese in einem modernen Licht neu erstrahlen lassen zu können, selbst wenn die Anhänger der jeweiligen Gruppe das rumpelige Oldschool-Feeling der Originale charmant finden.

Die Rede ist selbstverständlich von „Exhumation: The Early Years“ von Grave Digger, auf dem 13 Tracks der ersten vier Alben (das wären dann „Heavy Metal Breakdown“ (04/1984), „Witch Hunter“ (03/1985), „War Games“ (02/1986) und „Stronger Than Ever“ vom November 1986) von der aktuellen Mannschaft (Chris Boltendahl (Gesang), Axel Ritt (Gitarre), Jens Becker (Bass), Hans Peter Katzenburg (Keyboard) und Drummer Stefan Arnold) in die Moderne befördert wurden. Ob sich Grave Digger damit wirklich einen Gefallen getan haben, ist fraglich, denn abgesehen vom fehlenden Rumpel-Charme werden die Defizite der ersten Tracks der deutschen Heavy Metal-Urgesteine so noch umso deutlicher.

Dass ein paar Nummern altbacken wirken werden, war ja irgendwie zu erwarten, aber das Gesamtergebnis gestaltet sich maximal als Sammelobjekt für Die Hard-Fans, die wirklich alles von ihren Idolen haben möchten. So bedient sich die eine Hälfte der Songs am selben Riffschema, während die andere zur großen Abwechslung ein zweites für sich beansprucht. Lyrischer Tiefgang darf bei Titeln wie „Stand up and rock“, „We wanna rock you“ oder „Headbanging man“ sowieso nicht erwartet werden. Dummerweise werden die etwas ambitionierten Nummern wie „Here I stand“ von ihrer Länge übermannt und wenn es mal ordentlich rockt, dann nur, weil ein bierseliger Mitgröl-Refrain die Stimmung an sich gerissen hat („Witch hunter“). Unterm Strich eine ziemlich schlechte Idee für ein Jubiläum, das in dieser Form nicht hätte angeschnitten werden dürfen.

Anspieltipps:

  • Witch Hunter
  • Here I Stand

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