The Shrine - Rare Breed - Cover
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The Shrine Rare Breed


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Dreck klebt in jeder Ritze und die Hüften schwingen lässig zu analogem Lo-Fi-Charme.

Vor zwei Monaten setzte das schwedische Hardrock-Gespann Dead Lord mit „Heads Held High“ (08/2015) ein weiteres Ausrufezeichen hinsichtlich grandios nachgestelltem Retrocharme. In ähnlicher Art und Weise wollen dies auch Josh Landau (Gesang, Gitarre), Court Murphy (Bass) und Jeff Murray (Schlagzeug) vorexerzieren, allerdings konzentrieren sich die drei Jungspunde nicht ausschließlich auf eine Band wie Thin Lizzy, sondern versammeln gleich ein ganzes Konglomerat an legendären Gruppierungen der Marke The Stooges, Blue Cheer oder MC5. Diese Rückbesinnung wird anschließend mit ein wenig modernem Input aus dem Lager von Kyuss, Queens Of The Stone Age oder Monster Magnet übergossen, mit analogen Mitteln aufgenommen und fertig ist der Lo-Fi-Nostalgietrip.

Gemeinsam mit Produzent Dave Jerden (Alice In Chains, Social Distortion, Jane's Addiction) haben The Shrine somit ein bekömmliches, wenn auch stellenweise recht einfallsloses Retro-Feuerwerk eingespielt, das nach zwei Alben erneut versucht „the wildest riffs of your dad’s vinyl collection with the fury of a backyard punk show getting busted by the cops“ zu verschmelzen, sich dabei aber oft selbst im Weg steht. Es dürfen zwar bluesige Gefilde aufgestoßen werden, die sinnvolle Haken schlagen („Acid drop“) und Vorstand Josh hat seine Gitarre stets auf Lautstärke 11 mit ein paar vorzüglichen Riffs in der Hand aufgedreht („The vulture“, „Rare breed“), doch abgesehen vom ständigen Wiederholen der Songtitel und einer rotzigen Produktion bleibt am Ende von „Rare Breed“ nicht viel übrig.

Der Dreck mag beispielsweise im Opener „Coming down quick“ in jeder Ritze kleben und zu „Death to invaders“ können lässig die Hüften geschwungen werden, wirklich herausragendes Songwriting oder innovative Ideen haben die beiden Tracks, wie auch die restlichen Kompositionen, aber nicht zu bieten. Sicherlich wäre das zweitrangig, wenn The Shrine mit ihrer Spielfreude anstecken würden. Diese beschränkt sich allerdings auf eine kurze Zündschnur („Never more than now“), punkige Dekonstruktion („Savage skulls and nomads“) und überambitionierte Showeinlagen für zappelige Instrumentalisten, die sich als ein wenig zu wichtig erachten und den Möchtegern-Jimi Hendrix heraushängen lassen („What´s left for me“, „Pull the trigger“).

In „Dusted and busted“ lenken die drei Amis zwar in eine konventionellere Richtung und umarmen den Pop, wissen mit der Zutat aber auch nicht mehr anzufangen, als bierselig hin und her zu wanken. Das sieben Minuten lange „Space stepping“ beginnt dafür mit einem vielversprechenden Wüstenintro, bei dem die Hitze gnadenlos hinunter brennt, leider verzetteln sich Josh & Co. in eine erneut stumpfsinnige Repetition des Songtitels und fragen dabei ungeniert „Don´t you want more?“. Auf diese Art und Weise lieber nicht, meine Herren.

Anspieltipps:

  • Acid Drop
  • The Vulture
  • Savage Skulls And Nomads
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