Ryan Adams - 1989 - Cover
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Ryan Adams 1989


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ryan Adams spielt das komplette „1989“-Album von Taylor Swift nach und landet damit einen echten Treffer.

Taylor Swifts aktuelles Studioalbum „1989“ (10/2014) ist nun genau ein Jahr auf dem Markt und hat sich seitdem mit bis jetzt fast neun Millionen abgesetzten Einheiten und fünf überaus erfolgreichen Singleauskopplungen zu einem Verkaufsschlager entwickelt, der in der heutigen Zeit als absolute Ausnahme gilt. Im Moment scheint niemand auch nur annähernd in der Lage zu sein, an Taylor Swifts Umsätze und ihre Beliebtheit beim Publikum auf der ganzen Welt heranzukommen.

Selbst Musikerkollegen ziehen den Hut vor der 25-Jährigen und freuen sich darüber, als Überraschungsgast auf der „1989“-Welttournee auf die Bühne geholt zu werden. Eine kleine Auswahl der bisherigen Gäste liest sich wie das Who is Who der Popmusik: Mick Jagger, Avril Lavigne, Selena Gomez, Tove Lo, Miranda Lambert, Ellie Goulding, Charli XCX, Keith Urban, Leona Lewis, Steven Tyler (Aerosmith), Wiz Khalifa, Justin Timberlake, John Legend, Beck, St. Vincent, Alanis Morissette, Mary J. Blige, Fetty Wap, Ciara, Jason Derulo, Lorde, und The Weeknd performten allesamt einen ihrer eigenen Hits im Duett mit Taylor Swift und durften sich weltweiter Aufmerksamkeit sicher sein.

Einer war zwar nicht als Bühnengast dabei, machte aber im August dieses Jahres eine Ankündigung, die ebenso aufhorchen ließ: Ryan Adams (40). Der amerikanische Sänger und Songschreiber ist seit vielen Jahren berühmt für seine Arbeitswut und berüchtigt für zahlreiche Veröffentlichungen außer der Reihe. Im Hochsommer 2015 kündigte er wieder einmal so eine an. Adams hatte sich vorgenommen, das komplette „1989“-Werk zu covern und neu einzuspielen. Keine zwei Monate nach der Ankündigung lag „1989“ in der Version von Ryan Adams als Download vor und erntete überall gute Kritiken. Als Dank hat Sony Music das Album jetzt auch als CD- und Vinyl-Ausgabe lizenziert. Damit hat der Amerikaner mit „1989“, „Ryan Adams“ (09/2014) und „Ten Songs From Live At Carnegie Hall” (06/2015) drei Longplayer in knapp einem Jahr auf den Markt gebracht. Respekt!

Noch mal schnell die Tracklist beider Alben abgeglichen: Ja, es stimmt! Die 13 Songs des Originals sind exakt in der gleichen Reihenfolge vorhanden und bereit den Test anzutreten, dass ein guter Song ein guter Song bleibt, auch wenn er stilistisch von einem Profi einer Häutung unterzogen wird und die Studioarbeit schnell von der Hand gehen muss, was sich zwangsläufig auf den Sound auswirkt. So ist „1989“ in der Ryan-Adams-Version deutlich rauer und zurückhaltender ausgefallen. Der 40-Jährige verleiht bereits prächtig funktionierenden Popsongs auf der einen Seite mehr Tiefe („This love“), nimmt ihnen auf der anderen aber auch den jugendlichen Überschwang und die Teen-Drama-Attitüde („How you get the girl“).

Diese künstlerische Freiheit ist Adams allerdings auch zwingend zuzugestehen. Denn nur so konnte er die Songs aus seiner Sicht authentisch gestalten und einige Pop-Perlen in Singer/Songwriter-Schmuckstücke konvertieren. Die Favoriten des Originals bleiben dabei auch die Favoriten des Remakes, das als erwachsene „1989“-Version vollends in Ordnung geht und bereits mit dem Opener „Welcome to New York“ einen Volltreffer landet, indem das Stück einen schönen Hakenschlag in die „The River“-Phase von Bruce Springsteen einschlägt. Fazit: Projekt gelungen!

Anspieltipps:

  • This love
  • Bad blood
  • I know places
  • Wildest dreams
  • Out of the woods
  • Welcome to New York
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