Megadeth - Dystopia - Cover
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Megadeth Dystopia


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gelungener Einstand der Neuzugänge, der schon jetzt auf das nächste Album hoffen lässt.

Das wäre ein Ding gewesen und für viele Fans wohl der langersehnte Traum: eine Reunion des „Rust In Peace“-Line-ups mit Gitarrero Marty Friedman und Drummer Nick Menza. Es kam leider nicht zustande, da es zum einen wohl immer noch Differenzen zwischen Dave Mustaine und Menza gibt und Friedman zum anderen weiterhin lieber J-Pop oder Instrumentalmucke macht. Doch die beiden Daves haben mit Lamb Of God-Drummer Chris Adler und dem brasilianischen Gitarristen Kiko Loureiro, auch mit Angra unterwegs, einen mehr als würdigen Ersatz für die scheidenden Shawn Drover und Chris Broderick gefunden.

So beginnt das 15. Studioalbum „Dystopia“ mit einem typischen Megadeth-Opener. Eher im Uptempo-Bereich zu verordnen, wartet „The Threat Is Real“ mit vielen Gitarrenduellen und einem wütend klingenden Dave Mustaine auf. Ein Einstand nach Maß. Der Titelsong ist etwas melodischer und weiß vor allem mit den vielen Arpeggio-Licks und dem Solobreak mit Tempowechsel zu gefallen. Besonders am Ende erinnert dieser Song etwas an den Klassiker „Rust in Peace...Polaris“.

Nach einem schleppenden Intro geht es bei „Fatal Illusion“ wieder schneller zur Sache. Thrash in Reinkultur, der erst beim wiederholten Hören richtig zündet. Genauso das folgende „Death From Within“, bei dem auch mehrere Durchläufe nötig sind und vor allem die Gitarrenlicks und der Soloteil überzeugen. Danach wird es leider etwas zu vorhersehbar und durchschnittlich. Zwar wird versucht, die Songs mit Akustikgitarren oder Klaviereinsätzen abwechslungsreicher zu gestalten, doch der Funke will nicht überspringen.

Ausgerechnet das Instrumental „Conquer Or Die“ zieht dann die Notbremse und macht wieder Spaß. Ein leicht orientalisch angehauchtes Akustik-Intro, ein hervorragendes Zusammenspiel der Gitarren und auch die Kürze von etwa dreieinhalb Minuten, lassen den Song nicht langweilig werden. „Lying In State“ und „Foreign Policy“ zeigen Dave Mustaine, wie man ihn hören will. Angriffslustig, aggressiv und bissig. Die Band ist bestens eingespielt und man kann nur loben, wie sich die beiden Neuzugänge eingefügt haben. Ob dies mit der „Rust in Peace“-Mannschaft auch so möglich gewesen wäre, sei mal dahingestellt. Zwischen diesen beiden Songs steht „The Emperor“, ein Popstück mit eingängigem Riff und catchy Hookline, das an die Megadeth Mitte der Neunziger erinnert.

Den Mannen um Dave Mustaine gelingt ein Album, welches stark beginnt und stark aufhört. Nur in der Mitte schleichen sich einige Längen ein. Trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, der darauf hoffen lässt, dass in naher Zukunft ein Klassiker entstehen könnte.

Anspieltipps:

  • The Threat Is Real
  • Dystopia
  • Conquer Or Die
  • Lying In State
  • The Emperor

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