Enya - Dark Sky Island - Cover
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Enya Dark Sky Island


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Tri Tra Trullala, die Enya, die ist wieder da!

Eithne Patricia Ní Bhraonáin alias Enya (54) begann ihre Karriere Mitte der 80er Jahre mit drei Studioalben innerhalb von nur drei Jahren. Mit dem dritten Werk im Bunde, „Watermark“ (09/1988) gelang der Irin der weltweite Durchbruch. Seitdem ist die Musikwelt vor den esoterisch-spirituellen Beruhigungsklängen der Sängerin und Songschreiberin nicht mehr sicher, auch wenn das Tempo der Veröffentlichungen neuer Studioalben stark zurückgegangen ist.

So liegt das bis dato letzte Werk „And Winter Came…“ (11/2008) inzwischen sieben Jahre zurück. Doch zusammen mit den zahlreichen Box-Sets und Werkschauen kommt im Schnitt alle drei Jahre eine neue Enya-Platte auf den Markt, von denen bisher mehr als 75 Millionen Einheiten verkauft wurden. Warum dabei die Vorbereitungen auf den Sampler „The Very Best Of Enya“ (11/2009) ein ganzes Jahr verschlungen haben, kann nur Enya beantworten. Selbst die Promotion für die Hit-Sammlung zog sich bis weit in das Jahr 2010. Kein Wunder, dass Enya nur schleppend mit neuen Songs um die Ecke kommt.

Die Arbeit an „Dark Sky Island“ begann vor mehr als drei Jahren und hat „Reisen“ als Oberthema, was auch immer das in der besonderen Welt Enyas zu bedeuten hat. Denn diese ist in Bezug auf den musikalischen Output scheinbar unverändert. Wir hören immer noch die leicht verwaschen durch den Raum schwebenden Ambient-Klänge, die mehrspurige Stimmen sowie Orchester und Synthesizer miteinander verheiraten, wobei die Streicher aus der Plastik-Konserve stammen und stets etwas billig klingen. Das treue Stammpublikum scheint sich daran aber nicht zu stören.

Denn auch „Dark Sky Island“ klingt wie der Soundtrack zu einem Märchenfilm im nachmittäglichen Fernsehprogramm, zu dem sich der Zuschauer auf dem Sofa in die Decke kuschelt, heißen Kakao schlürft und frisch gebackene Plätzchen mampft. Dann beginnt die sinnbefreite Berieselung, zu der man sich kein großartiges Konzept und/oder eine tiefere Story verkaufen lassen muss, wie es der Pressetext zu „Dark Sky Island“ versucht. Ebene jene Tiefe findet der Hörer übrigens auch nicht in den Texten. Und dennoch haben die Enya-Lieder die besondere Gabe, den Hörer in gewissen Momenten tief zu berühren.

Allein angesichts der Klangstrukturen von Stücken wie „I could never say goodbye“ oder auch „So I could find my way“ wird klar, warum Enya-Alben prinzipiell in der Herbstzeit erscheinen. Im Sommer würde sich niemand einem solch trübsinnigen Sound hingeben. Doch wenn die Tage kürzer und kälter werden und Weihnachten naht, sind sehr viele Menschen offenbar empfangsbereit für den säuselnden Ambient-Kitsch der Irin, der kostengünstig aus der Konserve angerührt wird und übrigens besonders dann gut funktioniert, wenn Menschen emotional nicht mehr Herr ihrer Sinne sind.

Anspieltipps:

  • The humming
  • The loxian gates
  • The forge of the angels
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