Danzig - Skeletons - Cover
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Danzig Skeletons


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein schräges Coveralbum in Demoqualität.

Coveralben sind eine spezielle Sache. Im Prinzip gibt es wenige, die die Welt wirklich braucht, jedoch entstehen ab und an Alben, die den Songs noch eine spezielle und neue Facette entlocken können. Beim neuesten Output des ehemaligen Misfits-Sängers Glenn Danzig ist es eine Art Mittelwert geworden. Die Songauswahl ist durchaus interessant, sind es doch Songs von Künstlern wie Elvis Presley, den Everly Brothers, den Troggs einerseits, andererseits aber auch von Bands wie Black Sabbath, Aerosmith oder ZZ Top, die sich der gewichthebende Sänger vorgenommen hat. Allerdings sind einige Songs einfach nachgespielt, ohne etwas Neues aus diesen herauszukitzeln.

Das Album beginnt vielversprechend mit den eingängigen „Devil’s Angels“ und „Satan (From Satan’s Sadist)“. Eher unbekanntere Songs, bei denen es alleine dem Titel nach schon Sinn ergibt, dass diese von Danzig vertont werden. Auch das Elvis-Cover „Let Yourself Go“ ist gelungen und zeigt den eindeutigen Einfluss, den der King auf den jungen Glenn Danzig hatte. Danach flacht das Album allerdings auffällig ab. Zwar hat der Namensgeber namhafte Mitstreiter wie Tommy Victor von Prong oder Type 0 Negative-Drummer Johnny Kelly um sich geschart, jedoch können auch diese nicht verhindern, dass die folgenden Coverversionen eher durchschnittlich und verzichtbar sind.

Klar sind die Pinched Harmonics ein Markenzeichen Victors, jedoch wird es bei „N.I.B.“ wie mit Zakk Wylde zu Ozzy-Zeiten etwas übertrieben im Zusammenhang mit alten Sabbath-Klassikern. Auch beim ausgerechnet schlechtesten ZZ Top-Song, dessen Auswahl entweder von Mut oder Dummheit zeugt, scheitert die Truppe an der Möglichkeit, etwas Gutes aus diesem Lied herauszukitzeln, da es bis auf härtere Gitarren und Schlagzeug und die spätestens nach dem dritten Ton nervenden Pinched Harmonics, eins zu eins umgesetzt wird. Gegen Ende des Albums wird es nochmal interessant. Das mit schöner Hookline versehene, nach vorne gehende Hardrock-Stück „Find Somebody“ und vor allem die als düstere, vom Keyboard getragene Powerballade „Crying In The Rain“ lassen aufhorchen und vor allem letzteres scheint Danzig wie auf den Leib geschneidert zu sein.

So viel zu den Songs, denn das eigentliche Übel an diesem Album ist die Produktion. Diese klingt oftmals so, als hätte man die Songs in einem Take im Proberaum aufgenommen und ungemischt veröffentlicht. Gesang und Schlagzeug sind größtenteils noch akzeptabel, wenn auch hier deutliche Schwankungen zu erkennen sind und ein gewisser Livecharakter auszumachen ist. Das Verhältnis von Gitarre und Bass ist allerdings völlig wirr. Die Gitarre ist meist zu leise im Hintergrund zu finden, während der Bass den Ton angibt und laut im Vordergrund vieles überdeckt. Bleibt zu hoffen, dass Glenn Danzig für das fürs nächste Jahr angekündigte neue Studioalbum etwas mehr Zeit und mehr Geld in die Hand nimmt, um eine annehmbare Produktion für das Jahr 2016 zu erreichen.

Anspieltipps:

  • Devil’s Angels
  • Let Yourself Go
  • Crying In The Rain

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