Newton Faulkner - Human Love - Cover
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Newton Faulkner Human Love


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 37 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die teilweise guten Ansätze werden durch die zu glatte Produktion und den daraus resultierenden Verlust an Eigenständigkeit zunichte gemacht.

Zwei Jahre sind seit dem letzten Album „Studio Zoo“ des heute 30 Jahre alten Engländers vergangen. Diese zwei Jahre und vor allem die in dieser Zeit entstandenen Radiohits sind Newton Faulkner und seinem Team nicht entgangen, orientiert man sich doch allzu stark an aktuellen Produktionsstilmitteln.

Mit dem Major Lazer-Cover „Get Free“ beginnt das Album spärlich, nur mit mehreren Schichten von Akustikgitarren instrumentiert. Trotzdem verkommt das Lied nach nur kurzer Zeit zur typischen Radionummer, von einfachem Mitklatsch-Rhythmus und Streichern unnötig versüßlicht. Auch „Up up and Away“ beginnt mit Faulkners typischem perkussivem Gitarrenspiel hoffnungsvoll und er zeigt, dass er diese Spieltechnik immer noch virtuos beherrscht. Allerdings entwickelt sich auch dieser Song mit stark akzentuierter Klavierbegleitung zur kommerziellen Nullnummer, die in Akkordfolge, den angesagten „Oh-oh-oh“-Chören und dem afrikanisch anmutenden Rhythmus Katy Perrys „Roar“ schon allzu sehr ähnelt.

Danach wird es endlich interessanter. Eine gute Hookline eingebettet in eine, zwar nicht neue, aber trotzdem nette Akkordfolge. Passend dazu singt er „ it feels like a step in the right direction”. Besser hätte man es nicht ausdrücken können. Leider sind danach nur noch das Feature mit Indiepop-Sängerin Tessa Rose Jackson, „Stay and Take“, mit bluesigem Anfangsriff und Beatles-mäßiger Strophe, sowie „Can I Be Enough”, welches durch das Zusammenspiel von Bass und Gitarre groovig daherkommt und mit gefühlvollem Gesang überzeugen kann, sowie der Titelsong „Human Love“ hörenswert. Auch dieser Song groovt lässig daher und zeigt, was man aus diesem Album hätte machen können.

Der Rest des Albums kann allerdings nicht überzeugen. Oftmals finden sich gute Ansätze wie in „Far to Fall“, das vielversprechend beginnt, oder in „Break“, dem es an einem Höhepunkt fehlt, jedoch werden diese Ansätze spätestens im Refrain zerstört. Hier findet man die aktuellen Radioformeln und es fallen einem zu jedem Song etwa fünf andere ein, die fast genauso klingen.

Der Trick, die Hörer mit Altbekanntem zu fesseln oder einzufangen, erweist sich als der falsche Weg, da so ein verzweifelter Versuch nach kommerziellem Erfolg suggeriert wird. Ebenso scheitert Faulkner daran, Virtuosität in Popmusik zu bringen, da ihm die aalglatte Produktion jegliche Eigenständigkeit raubt.

Anspieltipps:

  • Step In The Right Direction
  • Can I Be Enough
  • Human Love

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