Unantastbar - Hand Aufs Herz - Cover
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Unantastbar Hand Aufs Herz


  • Label: Rookies & Kings
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Hand aufs Herz“ setzen Unantastbar ihre Erfolgsstory fort und kratzen so langsam am deutschen Punkrock-Thron.

„100% Punkrock aus Südtirol“ steht auf der Homepage von Unantastbar, was den Nagel auf den Kopf trifft, aber womit sogleich eine gewisse Nähe zu den Brixener Kollegen von Frei.Wild aufgebaut wird, die nicht unbedingt als glücklich empfunden werden kann. Zwar sind die politisch kontrovers gehandelten Frei.Wild im Hardrock- und nicht im Punkrock-Segment angesiedelt, doch eine klare Trennung könnte nicht schaden. Aber sei’s drum. Fakt ist: Unantastbar sind seit ihrer Gründung im Jahr 2004 mit regelmäßigen Album-Veröffentlichungen und unermüdlichem Touren immer stärker in den Fokus des deutschsprachigen Punkrocks gerückt und inzwischen ein fester Kandidat für hohe Chartplatzierungen.

Mit „Hand aufs Herz“, dem neusten Output der Band, könnten nun erstmals die Top 10 der deutschen Album-Charts geknackt werden. Denn dazu findet die Veröffentlichung taktisch geschickt sehr früh im Jahr gegen ganz wenig Konkurrenz statt. Das könnte reichen, um endgültig in der Punkrock-Champions-League anzukommen. Dazu schicken Unantastbar gleich 15 Tracks und damit ihr bisher umfangreichstes Album in den Ring. Stilistisch bleibt die Band dabei ihren bisherigen Markenzeichen treu und verzichtet nicht auf Druck und Härte. Weichgespülten Kuschelrock muss der Hörer nach wie vor woanders suchen.

Das bedeutet freilich nicht, dass sich das Quintett dem Mainstream komplett verschließt. Wer Songs wie „Bis nichts mehr bleibt“ und „Solange unser Herz noch schlägt“ schreibt, ist nämlich durchaus in Tote-Hosen-Regionen unterwegs und damit vielleicht auch mal ein Kandidat fürs Radio. Dazu müssten die Gitarren allerdings etwas leiser gedreht oder im Mix versteckt werden. Darauf haben Unantastbar wohl (noch) keinen Bock und das ist auch gut so! Denn ihre Mitgrölnummern wie „Wo bist du hin?“ oder auch „Gerader Weg“ sind einfach viel zu gut, als dass sie dem Kommerz geopfert werden dürften.

Fazit: Mit „Hand aufs Herz“ setzen Unantastbar ihre Erfolgsstory nahtlos fort. Ihr melodiöser Punkrock hat alles, was sich Fan-Herzen wünschen: Härte, Eingängigkeit, fette Riffs und Crowd-Pleaser-Lyrics. Auf ihrem aktuellen Longplayer perfektionieren Joachim Bergmeister (Gesang), Christian Heiss (Gitarre), Thomas Conrater (Gitarre), Mathias Speranza (Bass) und Florian Wieser (Drums) diese Formel noch ein weiteres Mal und liefern damit einen ersten Genre-Höhepunkt des Jahres ab.

Anspieltipps:

  • Sehnsucht
  • Für immer
  • Wir sind eins
  • Wo bist du hin?
  • Solange unser Herz noch schlägt
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