Tommy Castro - Method To My Madness - Cover
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Tommy Castro Method To My Madness


  • Label: Alligator Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht ganz so wild wie der Vorgänger „The Devil You Know“, jedoch nicht weniger begeisternd.

Der mehrfach mit dem Blues Music Award ausgezeichnete Tommy Castro liefert seit geraumer Zeit regelmäßig gute bis sehr gute Alben ab, die mit einer Mixtur aller möglichen Arten des Blues und Soul aufwarten. So ist es auch mit seinem neuen, erneut mit seiner Begleitband The Painkillers aufgenommenen Album „Method To My Madness“. Zwar nicht ganz so wild wie der Vorgänger „The Devil You Know“, jedoch nicht weniger begeisternd.

Deutlich wird, dass der Soul der 1960er Jahre neben dem Blues einen großen Einfluss auf den mittlerweile 60-Jährigen hatte, erinnert doch seine Stimme nicht selten an die von Großmeistern wie Otis Redding oder James Brown. Songs wie „Died And Gone To Heaven“, der Soulklassiker „I’m Qualified“ oder der Titelsong erinnern auch aufgrund der hervorragenden Produktion an Großtaten des Genres. Keyboard bzw. Hammond und Bass legen ein perfektes Fundament, über das Castro unter Beweis stellen kann, dass er ein ausgezeichneter Sänger und Gitarrist ist. Und auch das Schlagzeug ist prägnant, trotzdem aber abwechslungsreich. Wie das ganze Album.

Dem klassischen Blues wird ebenfalls gefrönt. „Shine A Light“ mit tollen Slide-Einlagen, samt Slide-Solo, vermittelt Südstaatenfeeling, „Lose Lose“ ist ein Blues par excellence, der Stevie Ray Vaughan oder Rory Gallagher-Fans gefallen dürfte. Auch textlich beschränkt sich Castro nicht auf alte Weisheiten. Klar, Herzschmerz und Ungerechtigkeiten müssen sein im Blues, aber gerade hier bringt er mit der „Lose Lose-Situation“ eine neue Variante hinzu. Der B.B.King-Song „Bad Luck“ muss eher als Tribut, denn als Coverversion verstanden werden, orientiert sich Castro mit seinen Licks doch sehr deutlich am König des Blues.

Bar- und Live-Atmosphäre kommen im an den „From Dusk Til Dawn“-Soundtrack erinnernden „No Such Luck“ auf, das ein Gemisch aus Tex-Mex und Latin im Stil eines frühen Santana bietet. Das treibende „Ride“ bietet einen perfekten Ausblick, wie der nächste Sommer musikalisch unterlegt werden könnte. Ein Song über seltsame Gestalten und Begebenheiten, in dem der Kalifornier den Geschichtenerzähler gibt.

Über diese Abwechslung und Qualität hinaus, sei nochmals die hervorragende Produktion, von Castro selbst, erwähnt. Klar und zu jeder Zeit voll und warm. Nichts komprimiert oder künstlich übersteuert. Schließt man die Augen, kann man sich vorstellen, man stünde direkt vor der Bühne eines kleinen, mit einem sehr guten Mischer ausgestatteten Clubs.

Anspieltipps:

  • Shine A Light
  • Method To My Madness
  • Died And Gone To Heaven
  • No Such Luck
  • Ride
  • Lose Lose

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