Jethro Tull - Too Old To Rock´n´Roll: Too Young To Die! (40th Anniversary Edition) - Cover
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Jethro Tull Too Old To Rock´n´Roll: Too Young To Die! (40th Anniversary Edition)


  • Label: Chrysalis/WEA
  • Laufzeit: 200 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Jahr 2016 feiert „Too Old To Rock’n’Roll: Too Young To Die!“ 40-jähriges Jubiläum. Die opulente Neubearbeitung des Werks wird trotzdem schon jetzt auf den Markt gebracht.

Obwohl das 40-jährige Jubiläum des „Too Old To Rock’n’Roll: Too Young To Die!“-Albums (04/1976) von Jethro Tull erst im kommenden Jahr ansteht, kommt bereits jetzt die klanglich überarbeitete, obligatorisch von Steven Wilson auf Vordermann gebrachte Super-Deluxe-Version auf den Markt. Es ist inzwischen die vierte Box, die in diesem Stil veröffentlicht wird und für alle Fans ein neuerlicher heiliger Gral sein dürfte.

„Too Old To Rock’n’Roll: Too Young To Die!“ ist das neunte Studioalbum der Mannen um Ian Anderson, der das Album mit der Konzeptgeschichte um den fiktiven, alternden Rocker Ray Lomas produziert und konzipiert hat. Es erreichte nicht die Umsatzzahlen des Vorgängers „Minstrel In The Gallery“ (09/1975) und machte nicht nur damit einen Umbruch in der Band deutlich. Der Prog-Rock der ersten Jahre wurde in Richtung folkiger Klänge verändert. Dabei war das Werk ursprünglich als Musical geplant gewesen. Welch eine Wandlung!

Für die Rekonstruktion und Neubearbeitung der Originalsongs wurde wiederum Steven Wilson verpflichtet. Allerdings konnte dieser nicht auf das komplette Material aus den 70er Jahren zurückgreifen, weil dieses schlicht nicht mehr auffindbar war. Doch eine besondere Schrulligkeit der damaligen Zeit sorgte dafür, dass Steven Wilson doch vollumfänglich Hand an das Werk legen konnte. Denn Jethro Tull mussten „Too Old To Rock’n’Roll: Too Young To Die!“ für ein Special der britischen BBC noch einmal in voller Länge neu einspielen, weil es nicht gestattet war, Originalalben lippensynchron für die Ausstrahlung im Fernsehen zu nutzen. Verrückte Welt. Doch so konnte Wilson auf eben jene differierende Version des Albums zurückgreifen und den Sound sowohl in Stereo als auch in 5.1 Surround Sound neu gestalten.

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Besagtes TV-Special wurde übrigens für die Verwertung in der Deluxe Edition erstmals von der BBC freigegeben und liegt hier auf DVD vor. Damit ist das Geschehen auf dem Longplayer nahezu vollständig ins Hier und Jetzt transportiert. Und das bei ausgezeichneten Klangverhältnissen und in einer gewohnt üppigen Verpackung in Form eines Hardcover-Buchs im DVD-Format. Ein reichbebildertes Booklet und massenhaft Informationen um die Entstehung von „Too Old To Rock’n’Roll: Too Young To Die!“ runden das Gesamtbild auch dieser Deluxe-Version perfekt ab.

Bleibt nur noch die Essenz des Ganzen, die Musik. Hier zeigten sich Jethro Tull anno 1976 – wie schon gesagt – am Beginn ihrer Folk-Phase, die wesentlich eingängiger war, aber bei den Fans nicht zu 100% ankam. Diese empfanden das Album als „zu leicht“ und als „zu wenig progressiv“. Ian Andersons Querflöte war zwar nach wie vor ein zentraler Bestandteil des Sounds und auch härtere E-Gitarren waren vereinzelt zu hören. Einflüsse aus Blues und Pop schwebten über den Songs und der ursprüngliche Musical-Hintergrund konnte auch nicht wegdiskutiert werden. Das macht „Too Old To Rock’n’Roll: Too Young To Die!“ gewiss zu keinem schlechten Werk, sondern zu einem, das in der JT-Geschichte eine Ausnahmestellung einnimmt.

Anspieltipps:

  • Quiz kid
  • Taxi grab
  • Big dipper
  • From a dead beat to an old greaser
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