Opeth - Deliverance & Damnation Remixed - Cover
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Opeth Deliverance & Damnation Remixed


  • Label: Music For Nations
  • Laufzeit: 200 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es kommt zusammen, was zusammen gehört: Die Alben „Deliverance“ und „Damnation“ als 5.1 Mix von Steven Wilson und Bruce Stoord in einer schönen Buch-Box.

In diesem Jahr feiert die schwedische Metal-Band Opeth ihr 25-jähriges Jubiläum. In diesem Vierteljahrhundert haben sich die Mannen um Mastermind Mikael Åkerfeldt in der Metalszene einen Heilgenstatus erarbeitet, der seinesgleichen sucht, wobei die Schweden im Laufe der Jahrzehnte eine stilistische Metamorphose durchgemacht haben, die sie von den Anfängen im Death-Metal-Bereich inzwischen im Progressive Metal bzw. Prog-Rock hat ankommen lassen. Auf dem Weg dorthin veröffentlichten Opeth u.a. ihre Studioalben Nummer sechs und sieben, „Deliverance“ (11/2002) und „Damnation“ (04/2003), die zeitgleich im Sommer 2002 eingespielt, aber vertragsrechtlich als eine Veröffentlichung gewertet wurden.

Tatsächlich erschienen beide Alben getrennt, was aus heutiger Sicht wohl auf den Druck der Plattenfirma geschah, die eventuell Angst vor der Vermarktung eines Doppelalbums hatte oder schlicht und ergreifend auf doppelte Einnahmen aus war. Denn sollte sich das „Deliverance“-Werk zu einem Erfolg mausern, hätte sich dieser automatisch in den Verkaufszahlen von „Damnation“ niedergeschlagen. Doch sei’s drum. Angesichts der damaligen Uneinigkeiten, erscheint die Pressemeldung zur Wiederveröffentlichung der beiden Alben umso zynischer. Diese spricht von „einem perfekten Zeitpunkt, die Werke in neuer Form zu präsentieren und „Deliverance“ und „Damnation“ so zu präsentieren, wie es immer hätte sein sollen“.

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Dazu hat man sich im Hause Music For Nations tatsächlich Mühe gegeben. Beide Alben erhielten von Bruce Stoord und Steven Wilson neue Stereo- sowie 5.1-DTS-Remixe, wobei sich Bruce Stoord um „Deliverance“ und Steven Wilson um „Damnation“ kümmerte. Daraus resultieren nun insgesamt vier Discs. Zwei CDs mit den Stereo-Abmischungen und zwei DVDs mit den Raumklang-Versionen, zusammengefasst in einem Buchset, das um ein 32-Seiten Booklet mit Liner Notes von Mikael Åkerfeldt und Jerry Ewing sowie neuen Fotos und neu gestaltetem Artwork des Originalkünstlers Travis Smith ergänzt wurde. Somit bekommen auch alle Zweitkäufer viel Wert für ihr hart verdientes Geld.

Schon diese frühen Werke Opeths zeigen, dass die Band dem mitunter etwas stumpfen Death-Metal-Genre längst entwachsen war. Hier und da ein paar düstere Growls und Blastbeats, eingebettet in ein düsteres Szenario, besteht „Deliverance“ aus sechs im Schnitt zehnminütigen Progressive-Metal-Stücken, die den Hörer durch einen fast schon psychedelischen Parcours führt. Trotzdem zeigen sich Opeth auf „Deliverance“ von ihrer wohl härtesten Seite. Die Songs auf „Damnation“ sind dagegen kürzer gehalten und tauchen noch mehr in düstere Klanglandschaften ab, die auch ohne Growls, fette Gitarrenriffs und Blastbeats bedrohlich wirken. Der Einsatz von Akustikgitarren und Keyboards, virtuoses Drumming und ein fast schon schwebender Sound tun ihr übriges, damit „Damnation“ in der Liste der besten Opeth-Alben ganz weit oben steht.

Mit dieser jüngsten klanglichen Aufwertung durch Bruce Stoord und Steven Wilson gewinnen beide Alben noch mal an Tiefenschärfe hinzu – egal ob im Stereo- oder im 5.1-DTS-Mix. Damit sollten nun auch Sound-Fetischisten zufriedengestellt sein, die in der Regel zwar nicht aus dem Hartwurstsektor stammen, aber so ähnlich verhält es sich ja auch mit Opeth, die als eine Art Pink Floyd des Death Metal immer stärker in progressivere Strukturen abgewandert sind.

Anspieltipps:

  • Closure
  • Deliverance
  • Hope leaves
  • For absent friends
  • Death whispered a lullaby
  • By the pain I see in others
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