Bloc Party - Hymns - Cover
Große Ansicht

Bloc Party Hymns


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Von Hymnen keine Spur.

„If you’re looking for devotion“ dürfte eine der meistgesungenen Liedzeilen in der Popmusik sein. Auch Kele, der Sänger der Band, lockt mit dieser Zeile auf Bloc Partys fünftem Album. „Then come to me“, heißt es nämlich weiter. Aber Keles Worte trüben und sind in Anbetracht der Musik nur eine zweckmäßige Verlockung. Auf „Hymns“ ist alles viel zu zerstreut und orientierungslos, als dass man sich wirklich wohl fühlen würde. Nur Keles Stimme ist es, die es ansatzweise vermag, eine Nähe zu den Bloc Party der Anfangstage herzustellen. Die Londoner sind nicht mehr die Band, die in ihrer Anfangszeit „Silent Alarm“ und „A Weekend In The City“ geschrieben hat. Diese Alben brachten noch Lieder für den Soundtrack von Filmen wie „Keinohrhasen“ hervor und damit weitreichende Euphorie. Daran ist nicht mehr zu denken. Bloc Party sind weniger verträglich geworden, was nicht heißen soll, dass man hiesige Lieder bald auf dem Soundtack von Christian Petzold-Filmen erwarten könnte.

Auf dem Grabbeltisch gefunden, ginge dieses Album noch als guter Fund oder Überraschung durch; aber das geht nicht, denn die Geschichte der Band darf nicht außer Acht gelassen werden. Und in Zeiten von Streaming-Diensten reicht schon ein Klick nach rechts und man ist von Bloc Party bei Maximo Park gelandet. Eine Band gleicht der anderen und um dort herauszustechen, reicht kein „Hymns“ dieser Welt. Der Grabbeltisch ist dem Stöbern in Playlisten gewichen. So ist das Beste an diesem Album noch, dass es unzählige Alternativen gibt. An Bloc Party kommt man spätestens jetzt, wenn nicht schon nach dem dritten Album „Intimacy“ vorbei. Sie sind nur noch eine weitere Band der Kategorie „Ähnliche Bands vorschlagen“.

Die verschiedenen Stileinflüsse auf „Hymns“ passen schlicht nicht zusammen, während das Gespür für Melodien komplett verloren gegangen ist. Gegensätze können zweifelsohne reizen, aber „The Good News“ mit seinen Western-Anleihen wirkt so dermaßen ratlos, dass es die Latte für das misslungenste Lied des Jahres sehr hoch angesetzt hat. Atmosphärischere Lieder wie die sehr eigenen „Only He Can Heal Me“, „So Real“ oder die, an das letzte Editors-Album erinnernden „Different Drugs“ und „My True Name“, glänzen noch am ehesten. Auch das Phoenix-artige „Into The Earth“ könnte ohne Probleme ein sehr gutes Bloc Party-Lied sein, wenn der Refrain nicht das schöne Intro wieder wertlos machen würde. Letztlich ist „Hymns“ ein Album mit zu vielen Ansätzen, die nie konsequent zu Ende geführt werden. Was soll hiernach kommen? Es kann nichts Logisches folgen.

Anspieltipps

  • Only He Can Heal Me
  • So Real
  • Different Drugs

Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Bloc Party“
comments powered by Disqus