The Temperance Movement - White Bear - Cover
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The Temperance Movement White Bear


  • Label: Earache Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Temperance Movement lösen sich etwas vom Sound der Black Crowes und lassen auch andere Einflüsse zu.

Mit ihrem Gemisch aus Classic Rock und Blues samt Americana- und Country-Anleihen konnten The Temperance Movement mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum „The Temperance Movement“ für einiges an Aufsehen sorgen. Platz 12 in den UK-Albumcharts, Auftritte als Support der Rolling Stones inklusive. Im Fahrwasser von Bands wie den Black Crowes oder gar den Faces, gelang es dem Quintett mit Blick auf die Siebziger ein modernes und gleichzeitig traditionsbewusstes Album zu produzieren. Beim ersten Durchlauf des neuen Albums „White Bear“ wird klar, dass die Band ihr Spektrum Richtung Neunzigerjahre erweitert hat.

Tönt es zu Beginn des Openers „Three Bulleits“, benannt nach einer Whisky-Sorte, noch eindeutig nach den Black Keys, angereichert mit zerrenden Slidegitarren, wird der Einfluss der Crowes bei „Get Yourself Free“ mehr als deutlich. Elektrische und akustische Gitarren, abermals unter Mithilfe des Bottlenecks, mehrstimmige Backgroundchöre. Dieser Song hätte auch „Shake Your Money Maker“ gut zu Gesicht gestanden. In den folgenden Songs wird dann klar, dass es noch mindestens eine andere wichtige Band gibt, die einen großen Einfluss auf die Wahlengländer hatte: Pearl Jam. „A Pleasant Peace I Feel“, mit starkem, überraschendem Aufbau, das Titelstück, welches vor allem gesanglich sehr an Eddie Vedder erinnert und auch „The Sun And Moon Roll Around Too Soon“ erinnern deutlich an die Band aus Seattle. Die beiden Letztgenannten stellen eine Symbiose aus den Bluesrockeinflüssen und Grunge dar, wobei auch der Einfluss von Scott Weiland nicht zu verleugnen ist.

Es geht aber auch rockiger und rotziger. „Modern Massacre“ ist eine tanzbare Rocknummer, die an Buckcherry erinnert. Sänger Phil Campbell, nicht mit Motörheads Gitarristen gleichen Namens zu verwechseln, zeigt hier, dass er eine astreine Rockröhre hat und klingt teilweise wie ein nicht näselnder Josh Todd. „Magnify“ und „I Hope I’m Not Losing My Mind“ fallen etwas aus der Reihe, was aber in jedem Fall positiv zu bewerten ist. „Magnify“ ist ein fast schon poppiger Song, der problemlos im Radio laufen könnte und als eine Mischung der Foo Fighters und einer fröhlichen Version der Queens Of The Stone Age daherkommt. Zum Schluss gibt es dann eine astreine Ballade, die ruhig bleibt, mit Tremologitarren und leiser Akustikgitarre untersetzt ist und in den Strophen an „Purple Rain“, vom Aufbau und Grundgerüst an die Waterboys erinnert und einen tollen Schlusspunkt des Albums setzt.

Eine deutliche Weiterentwicklung ist auf „White Bear“ zu erkennen. Das Spektrum ihrer Einflüsse haben The Temperance Movement gekonnt erweitert ohne auf die wichtigen Elemente ihres Debüts zu verzichten. Eine abwechslungsreiche Platte, die noch weitere tolle Alben erhoffen lässt.

Anspieltipps:

  • Get Yourself Free
  • A Pleasant Peace I Feel
  • Magnify
  • The Sun And Moon Roll Around Too Soon
  • I Hope I’m Not Losing My Mind

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