Ed Sheeran - X (Wembley Edition) - Cover
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Ed Sheeran X (Wembley Edition)


  • Label: Asylum/WEA
  • Laufzeit: 300 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird das Erfolgsalbum „X“ noch einmal hübsch gemacht und mit massenhaft Bonusmaterial erneut ins Rennen geschickt.

Mit seinem zweiten offiziellen Studioalbum „X“ (06/2014) hat der britische Sänger und Songschreiber den Erfolg seines Debüts „+“ (02/2012) noch einmal ausbauen können. Das Werk liegt inzwischen bei mehr als zehn Millionen verkauften Einheiten, was ungefähr der doppelten Menge von „+“ entsprechen dürfte. Damit zählt der 24-Jährige zu den absoluten Topstars in der Pop-Szene. Und eben jene müssen ihren Fans zu Weihnachten einem ungeschriebenen Branchengesetz zufolge etwas bieten. Wer dazu nichts Neues in der Schublade hat, lässt sich etwas einfallen.

Im Fall von Ed Sheeran sieht das so aus: Das „X“-Album wird um sechs neue Bonustracks ergänzt und bekommt eine vollwertige Live-DVD spendiert. Diese lautet auf den Titel „Jumpers For Goalposts Live At Wembley Stadium“ und beinhaltet die Essenz von drei aufeinanderfolgenden Konzerten in der jeweils ausverkauften Wembley-Arena. Ed Sheeran begeisterte dabei 240.000 Menschen und zeigt damit, dass er zurecht im Superstar-Himmel angekommen ist. Und weil die Bonustracks für die neue „X“-Edition keinen Ramsch darstellen soll, wurden diese u.a. von Rick Rubin und Emile Haynie produziert. Für dieses Erlebnis muss der Fan das „X“-Album zwar noch einmal kaufen, aber wo kein Fleiß, da kein Preis.

Die ursprüngliche Besprechung: Nachdem Ed Sheeran (23) über Jahre hinweg eine EP nach der anderen in Eigenregie veröffentlichte und auf diesem Weg die UK-Charts knackte, bekam der in Halifax geborene Sänger und Songschreiber seinen ersten Plattenvertrag mit dem Majorlabel Atlantic Records. Dieses brachte im September 2011 den ersten Longplayer des rothaarigen Songschreibertalents auf den Markt. Das kurz und knapp „+“ benannte Werk entwickelte sich trotz zumeist lauwarmer Kritiken zu einem kommerziellen Überflieger, der praktisch überall auf der Welt gut performte und sich mehr als vier Millionen Mal verkaufte.

Ed Sheeran tourte mit „+“ fast zwei Jahre rund um den Globus und wurde strategisch hervorragend als Opening Act für Snow Patrol und Taylor Swift eingesetzt. Zudem tat er sich als Songwriter für One Direction und Taylor Swift hervor. All das förderte das Crossover-Potenzial des jungen Briten, der nach „+“ nun mit „X“ nachlegt und dazu offenbar ein ganz hübsches Budget zur Verfügung gestellt bekam, wie ein Blick in die Credits-Liste belegt. Denn neben Jake Gosling (Paloma Faith, One Direction, Keane), der auch Sheerans Debütalbum produzierte, tauchen heuer namhafte Songwriter und Produzenten wie Pharrell Williams (Daft Punk, Robin Thicke, Kendrick Lamar), Jeff Bhasker (Jay-Z, Alicia Keys, Kanye West, Beyoncé), Benny Blanco (Wiz Khalifa, Rihanna, Katy Perry, Maroon 5), Rick Rubin (Eminem, Red Hot Chili Peppers, Linkin Park, Shakira) und Johnny McDaid (Ingrid Michaelson, Gary Go, Vega4, Snow Patrol) im Kleingedruckten auf, die gewiss nicht für Kleingeld arbeiten.

Diese Liste lässt erahnen, dass Ed Sheeran mit seinem zweiten Longplayer durchaus unter Druck steht. Denn wer mag schon gerne als Eintagsfliege durchgewunken werden. Doch Ed Sheeran beging nicht den Fehler, sich stilistisch verbiegen zu lassen, auch wenn die Beats und die Funk-Rhythmen in „Sing“ deutlich hörbar auf die Kappe von Pharrell Williams gehen. Sheerans Akustikgitarre ist trotzdem in fast jedem Song gegenwärtig. Und da seine Einflüsse von The Game bis Van Morrison reichen, sind Raps („Don’t“) genauso selbstverständlich wie klassische Singer/Songwriter-Stücke („One“).

Ed Sheeran ist immer dann besonders stark, wenn er sich auf Songwriter-Popsongs wie „Photograph“ oder auch „Tenerife sea“ konzentriert, selbst wenn er dabei nur selten die emotionale Tiefe eines Damien Rice erreicht. Dafür besitzen Ed Sheerans Songs eine größere Variabilität, die sich aus Rock („Runaway“), HipHop/Rap („The man“), Blue-Eyed-Soul („Thinking out loud“) und R&B („Afire love“) speisen. Dadurch wird „X“ nie langweilig, auch wenn die Suche nach dem nächsten „The A-Team“ erfolglos bleibt. So muss „X“ zwar ohne diesen einen Überhit auskommen, doch auch so ist das schwere zweite Album ein Werk ohne Ausfälle mit Potenzial für den einen oder anderen sicheren Radiohit.

Anspieltipps:

  • One
  • Sing
  • The man
  • Photograph
  • Shirtsleeves
  • Bloodstream

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