Intronaut - The Direction Of Last Things - Cover
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Intronaut The Direction Of Last Things


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Intronaut präsentieren ihr „most technical, brutal, catchy, and straight up fearless“ Album.

Auf dem Vorgänger „Habitual Levitations“ (03/2013) genossen Intronaut einen losgelösten, an keinen Gesetzen festzumachenden Stil, der, wie Kollege Kraus schon richtig in seiner Kritik erklärte, „etwas von einem Umherschweben, einem etwas planlosen jedoch, ohne konkretes Ziel, mal hier und mal dort, von allem etwas“, hatte. Passend zu diesem Eindruck war auch die Nachhaltigkeit des vierten Werkes von Sacha Dunable (Gesang, Gitarre), David Timnick (Gesang, Gitarre), Joe Lester (Bass) und Danny Walker (Schlagzeug) nicht besonders hoch und das Album bald wieder vergessen. Dies soll mit „The Direction Of Last Things“ auf keinen Fall passieren, denn die vier Herrschaften aus Los Angeles, Kalifornien, rüsten sich zu einem Longplayer, der ihr „most technical, brutal, catchy, and straight up fearless“ Album sein soll.

Eine starke Ansage für eine Truppe, die in ihren Anfängen mit Sludge Metal und Post Hardcore hantierte und sich mehr und mehr in eine progressive Metal-Schiene verabschiedete, an der ein ausgiebiger Jazz-Anteil mitunter das spannendste Feature war. Beschränkt man den Gesamteindruck des neuen Werkes nun auf den Opener „Fast worms“, so staunt man nicht schlecht. In den ersten drei Minuten knallen Dunable & Co. ein Genre-Feuerwerk erster Güte vom Stapel, während als Zwischengang eine beseelte Jamsession die Zügel in die Hand nimmt, bevor es im Finale wieder in die Vollen geht. Wirklich relevant ist diese maximal als nette Fingerübung zu erachtende Komposition zwar nicht, der Richtungswechsel in eine deutlich ruppigere Gegend stört aber keineswegs.

Blöderweise war es das dann schon mit den positiven Eindrücken. Intronaut verfolgen in weiterer Folge durchaus ehrenwerte Ansätze, über den Status einer Light-Fassung von Mastodon („Digital gerrymandering“), Meshuggah („The pleasant surprise“) oder Periphery („The direction of last things“) kommen die restlichen Stücke aber meist nicht hinaus. Es fehlt einfach an Druck, Chuzpe und dem richtigen Moment. Besonders ärgerlich ist vor allem der hörbare Wille nach Donnergrollen, Geschrei und zupackenden Rhythmen, der leider oftmals von sanften Instrumentalausflügen oder viel zu zaghaftem Stimmeinsatz unterbrochen wird. Dass die Jungs ihr Handwerk verstehen, steht angesichts der präzise agierenden, sprunghaften Dynamikwechsel außer Frage. Wirklich überzeugend ist jedoch lediglich das wirbelnde Engagement von Drummer Danny, der seine Bandkollegen gerne antreiben würde, aber stets von einer sanftmütigen Notbremsung gezügelt wird. Live ist das Ganze sicherlich ein Augen- und Ohrenschmaus, auf CD wirkt das progressiv anmutende Hin und Her auf Dauer allerdings ermüdend.

Anspieltipps:

  • Fast Worms
  • Sul Ponticello

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