Firespawn - Shadow Realms - Cover
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Firespawn Shadow Realms


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
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Mit mehr Mottos als eine Partei im Wahlkampf geht die Supergroup Firespawn an den Start.

Mit mehr Mottos als eine Partei im Wahlkampf geht die Supergroup Firespawn an den Start. Wo man den Slogan „There is only one goal…worldwide fire!“ noch als nette Kampfansage durchgehen lassen kann, so wird es bei „We just want to drink beer, play brutal death metal and have a good time“ schon etwas schwieriger. Klar, die fünf Herrschaften LG Petrov (Gesang; Entombed A.D., Ex-Morbid, Ex-Nihilist), Victor Brandt (Gitarre; Entombed A.D., Ex-Satyricon), Fredrik Folkare (Gitarre; Unleashed, Necrophobic), Alex Impaler (Bass; Necrophobic, Naglfar) und Matte Modin (Schlagzeug; Raised Fist, Ex-Dark Funeral, Ex-Defleshed) brauchen sich und ihren versammelten Fans eigentlich nichts beweisen und das schlichte Zusammenspiel mag als Motor ausreichen, doch wenn auf der bandeigenen Facebook-Seite in weiterer Folge der Leitsatz „Dedication. Discipline. Death Metal“ zu lesen ist, dann stellen sich langsam aber sicher die Nackenhaare auf.

In der gleichen Art und Weise, wie dieser Umstand zum Kopfschütteln anregt, fühlt man sich dafür bei den musikalischen Ergüssen des Fünfers dazu bemüßigt den Schädel in anderer Form zu bewegen. Firespawn krempeln in den etwas mehr als 40 Minuten keineswegs sämtliche Konventionen um und auch die eigenen Ideen beschränken sich auf eigenwillige Death´n´Roll-Grooves („Imperial burning“) oder chorähnliche Mantras, die live sicherlich zu bierseligem Gegröle führen werden („All hail“), doch wenn die Herren mal als über alle Widrigkeiten bretterndes Todesschwadron auftreten, dann gibt es nicht nur stur auf die Fresse, sondern auch die umliegenden Schützengräben werden flankiert und mit donnernden Blastbeats auf Trab gehalten („The emperor“, „Infernal eternal“).

Wer allerdings glaubt, dass sich Firespawn auf groovende Hackschnitzel der Marke Entombed (bzw. Entombed A.D.) oder ausschließlich dem Schwedentod verschrieben haben, der irrt. Dampfhämmer wie „Spirit of the black tide“ oder der Titeltrack werfen auch mal einen Blick nach Polen, wo Vader und Behemoth wüten, und amerikanische Gruppierungen wie Morbid Angel, Cannibal Corpse oder Slayer standen laut Band ebenfalls Pate. Die besten Referenzen oder die hübscheste Hommage reichen alleine allerdings nicht und so geht „Shadow Realms“ nach dem akustischen Zwischenspiel „Contemplate death“ ein wenig die Luft aus („Ruination“, „Necromance“). Hier wäre abseits vom knackigen Midtempo entweder mehr Tempo oder mehr Variabilität gefragt gewesen. Bei einer zünftigen Maulsperre wie dem Vorabtrack „Lucifer has spoken“, bei dem sich spätestens dann ein breites Grinsen im Gesicht entfaltet, wenn der ehrenwerte Höllenfürst im Chorus das Maul öffnet, sind solche Nichtigkeiten aber gleich wieder vergessen. Das Gefühl, dass bei dieser Besetzung deutlich mehr drin gewesen wäre als ein ordentlicher Einstand nach Maß, können die vereinzelt genialen Momente jedoch nicht wettmachen.

Anspieltipps:

  • The Emperor
  • Infernal Eternal
  • Lucifer Has Spoken

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