Nive Nielsen & The Deer Children - Feet First - Cover
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Nive Nielsen & The Deer Children Feet First


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein charmant-merkwürdiges Werk, als würden Calexico auf Grönlands Björk treffen.

Mehr als drei Jahre ließ sich die junge Eskimo-Grönländerin Nive Nielsen für ihr Zweitwerk „Feet First“ Zeit. Wiederum stand ihr dabei das in der Anzahl variierende Musikerkollektiv The Deer Children zur Seite, welches auf der vorliegenden Produktion geschätzt 30 Personen umfasst, zu denen u.a. John Parish, Howe Gelb, Ralph Carney und Brian Lopez gehören. Das Ziel lautete, den heuer in mehr als einem Dutzend unterschiedlicher Studios eingespielten Folk-Pop auch in der zweiten Kreativauflage zugänglich, frisch und dem Debüt „Nive Sings!“ (04/2012) ebenbürtig zu gestalten.

Die zwischen 2012 und 2015 in den USA, England, Grönland, Belgien und Dänemark aufgenommenen Stücke knüpfen nahtlos an das mit Wohlwollen registrierte Debüt an, ohne das darauf ein Abbild klischeehafter Phantasien entworfen wird, wie sie gemeinhin mit der Popmusik aus nordischen Ländern in Zusammenhang gebracht werden. Bei allein fünf verschiedenen Studioaufenthalten in den USA (Asheville, Tuscon, Athens, Lexington und Nashville) erscheint „Feet First“ dagegen vielmehr wie die Wüsten-Pop-Ausgabe grönländischer Folk-Music.

Beginnend mit dem anfänglich leicht verhuschten „Still the same“, das sich später noch in Richtung eines fröhlichen Popsongs öffnet, gibt Nive Nielsen die Richtung bereits früh vor: Wir hören leicht entrückten Elfengesang, der selbst dann nicht so abgedreht klingt wie bei Björk, wenn Nive Nielsen in Landessprache singt. Ferner bauten die Musiker ein folkiges Grundgerüst, das nie zu seicht und ohne Kanten ist, sodass ein Mainstream-Verdacht außen vor bleiben kann. Denn dazu sparen die 2½ Dutzend Musiker nicht mit schrägen Zutaten und mischen den Stücken Elemente aus Indie-Pop, Jazz und Country bei, sodass nicht selten das Gefühl aufkommt, hier würden Calexico auf Grönlands Björk treffen.

Wenn der Gaul mit The Deer Children durchgeht, erklingen sogar Vaudeville-Einflüsse. Dann rasselt und klingelt es an allen Ecken und Enden und der Hörer muss aufpassen, dass er nicht den Faden verliert, wenn dieses charmant-merkwürdige Werk einen Haken nach dem anderen schlägt und scheinbar nicht mehr weiß, wohin mit seiner Kreativität.

Anspieltipps:

  • Walking
  • Space song
  • Are you ready
  • Grandma Marie
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