Elton John - Wonderful Crazy Night - Cover
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Elton John Wonderful Crazy Night


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein wildes Rock'n'Roll-Album sollte es werden. Ein laues Lüftchen ist dabei herausgekommen.

Nachdem sich Sir Elton John (68) nun schon seit mehr als eineinhalb Dekaden an gediegenen Alterswerken der Marke „Songs From The West Coast“ (2001), „Peachtree Road“ (2004), „The Captain And The Kid“ (2006) „The Union“ (2010) und „The Diving Board“ (2013) abarbeitet, die zwar das Wohlwollen der Kritik, aber nicht die gewohnten kommerziellen Erfolge einfahren konnten, hat der gebürtige Londoner nun wieder so richtig Spaß in den Backen. Man muss sich nur das genial infantile Cover seines neuen Albums anschauen und weiß Bescheid. Endlich trägt Mr. John wieder eine dieser herrlich bescheuerten Brillen, mit denen er sich mit Wonne zum Horst macht.

Elton John sagt, dass er mit „Wonderful Crazy Night“, seinem 33. Studioalbum (!), ein wildes Rock’n’Roll- und Gitarrenalbum machen wollte. Als Produzenten holten er und sein kongenialer Lyrics-Partner Bernie Taupin sich dazu keinen geringeren als T Bone Burnett (68) ins Boot, der bereits den Vorgänger „The Diving Board“ betreute und in seiner Karriere u.a. schon mit John Mellencamp, Natalie Merchant, Counting Crows, Elvis Costello, The Wallflowers und Steve Earle im Studio war. Für wilde Rockmusik scheint diese Wahl aufgrund Burnetts Vita allerdings nur bedingt die richtige gewesen zu sein.

Und in der Tat: „Wonderful Crazy Night“ ist eine sehr bedächtige Version von dem, was allgemein als Rockmusik gilt. John verlässt mit diesem Longplayer zwar die Pfade des seriös-drögen Singer/Songwriters und kehrt zu seiner typischen, Piano-orientierten Popmusik zurück, doch wild ist diese längst nicht mehr. Bis auf wenige Ausnahmen wie in „Looking up“ spielen sanfte Bläser, Streicher, Lap-Steel-Gitarre und Akkordeon auf. E-Gitarren und hämmernder Pianoklänge à la „Crocodile rock“ und „Saturday night's alright for fighting“ sind hingegen nicht zu finden.

Keine Frage: Auf „Wonderful Crazy Night ist mehr denn je die sehr amerikanische Handschrift von T Bone Burnett zu spüren, der Elton John bereitwillig folgt, ohne an die großen Momente früherer Zeiten heranzureichen. Hier und da blitzen zwar einige Ansätze auf, doch Bäume werden damit nicht ausgerissen. Trotzdem ist es immer noch schön, dem Pianospiel und der Stimme Elton Johns zu lauschen, auch wenn er diesmal nicht mehr als gehobenen Durchschnitt produziert hat.

Anspieltipps:

  • A good heart
  • Blue wonderful
  • The open chord
  • England and America
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