Fleetwood Mac - Tusk (Deluxe Edition) - Cover
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Fleetwood Mac Tusk (Deluxe Edition)


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 235 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die dritte Neuauflage von „Tusk“ beschert den Fans noch mehr Demos, Outtakes und Live-Versionen sowie ein aktuelles Remaster des Originals.

Die Originalausgabe von „Tusk“ erschien im Oktober 1979 als Doppelalbum mit 20 Songs. Es stellt das zwölfte Studiowerk der britisch-amerikanischen Band Fleetwood Mac dar und ist der Nachfolger des mehr als 40 Millionen Mal verkauften „Rumours“ (02/1977). Es zählt zu den 500 besten Alben aller Zeiten, erhoben vom britischen New Musical Express und wird gemeinhin als das experimentale Meisterwerk der Band angesehen, das weniger kommerziell als der megaerfolgreiche Vorgänger, aber nicht minder beeindruckend ausgefallen war.

Nach 1990 und 2004 hat „Tusk“ nun die dritte und ausführlichste Überarbeitung erhalten. War die erste Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1990 lediglich eine für die CD-Ausgabe remasterte Version, kamen auf der 2004 erschienenen Neuauflage bereits 21 Bonus-Tracks auf einer zusätzlichen CD dazu. Mit der nun auf den Markt gebrachten „Expanded Edition“ kann der geneigte Käufer zwischen zwei Varianten wählen: Für den einfachen Hausgebrauch gibt es eine Dreifach-CD-Ausgabe mit reichlich Bonusmaterial und für den Super-Fan eine fette Box mit fünf CDs, einer Audio-DVD sowie Doppel-Vinyl. Klare Sache: Wenn schon einen Klassiker noch einmal kaufen, dann richtig!

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Wir beschränken uns dennoch auf die Essenz in Form des Dreifach-CD-Sets und finden auch darauf genügend Material, das die Fans mit bisher unveröffentlichten Schätzen befriedigen dürfte. Insgesamt sprechen wir von 62 Songs bzw. Variationen der Originaltracks, die früher bei einer Spielzeit von knapp 70 Minuten auf vier Vinyl-Seiten verteilt werden mussten, heutzutage aber auf eine CD passen. Deshalb befindet sich „Tusk“ im 2015er Remaster auch lediglich auf einem Silberling. Die restlichen 42 Tracks verteilen sich folglich auf die übrigen zwei CDs, die den Entstehungsprozess von „Tusk“ zwischen Sommer 1978 und der Veröffentlichung im Oktober 1979 nachzeichnen.

Am liebsten wäre es der Plattenfirma von Fleetwood Mac gewesen, wenn ihr die Band eine zweite Hit-Packung im Stile von „Rumours“ zur Vermarktung überreicht hätte. Doch mit dem Produktionsbudget von einer Millionen Dollar stellten Stevie Nicks, Lindsey Buckingham, John McVie, Christine McVie und Mick Fleetwood etwas völlig anderes an. Es gab keine Hitsingles à la „Go your own way“ oder auch „Dreams“, sondern einen ausufernden Songreigen, der zwischen experimentell und introvertiert schwankte und vergleichsweise rockig ausfiel.

Für die breite Masse war „Tusk“ folglich nicht geeignet. Die Gesamtverkaufszahlen von „Tusk“ erreichten deshalb bis heute nur etwa 10% des Vorgängers „Rumours“. Doch deshalb ist „Tusk“ beileibe kein schlechtes Album. Es ist eines dieser Werke, in das sich der Hörer reinarbeiten muss, damit es sich für ihn in seiner ganzen Fülle und Pracht erschließt. Die nun erschienene Neuauflage bietet dazu 42 zusätzliche Gelegenheiten – oder noch eine ganze Menge mehr, wenn man zur großen Deluxe-Box greift.

Anspieltipps:

  • Sara
  • Tusk
  • Angel
  • Never forget
  • Over & over
  • I know I’m not wrong
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