Axel Rudi Pell - Game Of Sins - Cover
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Axel Rudi Pell Game Of Sins


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine neue Produktionsweise wäre vielleicht der richtige Weg, die Repetition zu unterbrechen.

Im bewährten Zweijahresrhythmus bringt der Wattenscheider pünktlich zu Jahresbeginn eine neue Platte in die Läden. Mit fast jedem dieser Alben gelingt es Axel Rudi Pell, den Vorgänger zumindest in Bezug auf die Chartposition zu toppen. So erreichte der Vorgänger „Into The Storm“ sogar Platz 5 der deutschen Albumcharts. Die Anzahl der verkauften Einheiten wird wahrscheinlich trotzdem noch in etwa dieselbe sein, wie vor zehn bis fünfzehn Jahren. Genauso wie die Musik, die auf diesem Tonträger enthalten ist.

Klar ist, wer ein Axel Rudi Pell-Album kauft, weiß was er bekommt, mittlerweile allerdings etwas zu genau. Musikalisch ist das alles nichts Schlechtes, jedoch fällt auch dem geneigten Zuhörer auf, dass man das fast alles schon kennt. Das einzige was sich geändert hat, was schade ist, ist das Fehlen der richtig schnellen Songs. So spielt sich auch auf „Game Of Sins“ alles eher im Midtempo-Bereich ab. Nach dem obligatorischen Intro folgt der eigentliche Opener „Fire“, der als solcher in Ordnung sein und keinen Fan enttäuschen dürfte. Ebenso „Sons In The Night“ und der Titelsong. Rainbow- und Dio-Anleihen sind sowohl musikalisch als auch textlich zu vernehmen.

Zur Mitte des Albums dann die Ballade, die allerdings mit „Lost In Love“ dieses Mal besonders schmalzig und schwach daherkommt. Vor allem die unsäglichen Keyboard-Chöre stören den Hörgenuss enorm. Dies bringt auch einen der wichtigsten Punkte auf den Plan, die Produktion. Diese unterscheidet sich zwar auch nicht besonders von der der vorherigen Alben, wirkt aber teilweise schon arg klinisch. Gitarren und vor allem das Keyboard klingen allzu künstlich. Vielleicht sind es nicht die Songs, die eine Frischzellenkur benötigen, sondern die Produktion. Mit einem wärmeren, analogen Sound könnte man hier und da noch etwas rausholen.

Der langjährige Sänger Johnny Gioeli ist nach wie vor ein technisch auf höchstem Niveau agierender Sänger, wenn auch nicht ganz so charismatisch wie sein Vorgänger Jeff Scott Soto. Ihm kann man höchstens vorwerfen, dass er nicht ab und an einen Blick auf die Texte wirft, sodass uns Zeilen wie „he was the toughest guy on our street, always ready to fight, his girl‘s a hooker on her knees, making money all night“ aus „The King Of Fools“ erspart geblieben wären.

Danach folgen mit dem epischen „Till The World Says Goodbye“ und dem direkteren „Breaking The Rules“ noch zwei versöhnliche Songs, die hoffen lassen, dass sich der blonde Gitarrist auf seinem nächsten Album in zwei Jahren zu einer etwas anderen Herangehensweise hinsichtlich der Produktion hinreißen lassen kann.

Anspieltipps:

  • Sons In The Night
  • Till The World Says Goodbye
  • Breaking The Rules

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