Sia. - This Is Acting - Cover
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Sia. This Is Acting


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das wäre Ihr Song gewesen! Sia singt, was sie für andere Kolleginnen geschrieben hat, am Ende selbst ein und fährt gut damit.

Mit ihrem 2014er Album „1000 Forms Of Fear“ räumte Sia in den Charts ganz groß ab und erhielt vier Grammy-Nominierungen. Das wurde aber auch mal Zeit. Schließlich ist die Australierin als Songschreiberin für Celine Dion, Carly Rae Jepsen, Katy Perry, Britney Spears, Kelly Clarkson, Beyoncé, Christina Aguilera und Rihanna seit Jahren eine gefragte Hit-Lieferantin. Dass „1000 Forms Of Fear“ dennoch nicht ihr bestes Album ist, liegt allerdings ebenfalls an Sias Talent, anderen Künstlern Songs auf den Leib zu schneidern. Denn während die 40-Jährige am Anfang ihrer Karriere noch authentisch und eigenständig klang, sind ihre Kompositionen inzwischen zu einem Gemischtwarenladen geraten, der auf zig Sängerinnen passt, die Künstlerin Sia dagegen wie ein gesichtsloses Abziehbild wirken lässt.

Anstatt daran etwas zu ändern, schlägt Sias neues Album „This Is Acting“ in exakt die gleiche Kerbe und liefert ein Dutzend Lieder ab, die Sia für andere Sängerinnen geschrieben hat. Diese lehnten das Angebot aber dankend ab, sodass sich Sia nun in die Rolle einer schauspielernden Sängerin begibt, die ihre Stücke so eingesungen hat, wie es ihre Wunschadressaten getan hätten. So turnen vor dem geistigen Auge des Hörers doch wieder die Shakiras, Rihannas und Adeles dieser Welt herum – und alles ist beim Alten. Als Hit-Produzent und Songwriting-Partner stand dazu zum wiederholten Mal der Amerikaner Greg Kurstin zur Verfügung, ergänzt um Beiträge von Adele, Tobias Jesso Jr., Jack Antonoff und Kanye West.

Wer es bis jetzt nicht glaubt, „This Is Acting“ ist tatsächlich wörtlich zu nehmen und wie ein kleines Ratespiel aufgebaut: „Für wen könnten die Songs ursprünglich gedacht sein?“ ist dabei die zentrale Frage, die nicht immer so leicht wie beim Opener „Bird set free“ zu beantworten ist, der fast zu 100% nach Adele klingt. Denn durch den Umstand, dass die großen Popstars dieser Tage auf immer dieselben Songwriter zurückgreifen, sind Überschneidungen und Déjà-vus an der Tagesordnung. So könnten Tracks wie „Move your body“ durchaus von Lady Gaga, „Unstoppable“ von Rihanna und „Sweet design“ von Beyoncé stammen.

Am Ende ist es Sia Furler und nicht die versammelte weibliche Popwelt, die mit „This Is Acting“ ein weitaus stimmigeres Werk als „1000 Forms Of Fear“ vorlegt, auf dem zwar kein Megahit wie „Chandelier“ vertreten ist, aber dafür eine angenehmere Atmosphäre herrscht, so wie es sich für ein Popalbum gehört, das keine tiefergehenden Ansprüche an Texte und Konzepte hegt.

Anspieltipps:

  • Footprints
  • Unstoppable
  • Bird set free
  • House on fire
  • Broken glass
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