Runrig - The Story - Cover
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Runrig The Story


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Für ein letztes Studioalbum ist „The Story“ ganz schön mager.

Für ihr als 14. und letztes Studioalbum angekündigtes „The Story“ haben sich die Schotten von Runrig neun Jahre nach ihrem letzten Album „Everything You See“ einiges vorgenommen. Nach, laut Eigenaussage, zwei Jahren intensiver Arbeit, versucht man alle stilistischen Merkmale der Band kombiniert mit einer modernen Produktion auf ein Album zu bannen.

Der Titelsong erschreckt als vor Kitsch und Pathos triefender, belangloser Europop unter dem Deckmantel von Folk, bei dem auch der Einsatz des Gälischen nichts mehr rausreißen kann. „Onar“, gälisch für allein, bietet dann ein anderes Bild und zeigt, dass man Pathos und hymnische Elemente auch gekonnt einsetzen kann. Feedbackgitarren und leichte Keyboardsounds vor einem stampfenden Schlagzeug. Dazu Mandoline im Hintergrund, ein an die E-Street-Band erinnerndes Saxofon-Solo und ein Refrain, der sich im Gehörgang festsetzt. So könnte es weitergehen. Leider kommt erst mit „18th July“ wieder ein Song, der mit seinem abwechslungsreichen Arrangement samt Akkordeon leicht an den Folkrock der Hooters erinnert, der überzeugen kann.

Dazwischen bietet „Rise And Fall“ lethargischen Ethnopop mit seichten Weisheiten in den Texten wie „some will rise, some will fall, to gain the world or lose it all“, der öde vor sich hinsiecht. Allerdings muss man diesem Song zugestehen, dass die Dynamik am Ende noch etwas Abwechslung reinbringt. Dazu muss man jedoch erst mal die ersten viereinhalb Minuten durchhalten. „Every Beating Heart“ und „When The Beauty“ rauschen als seichter Folkpop so daher. Spätestens danach wird deutlich, welchen modernen Sound sich Runrig als Vorbild für die aktuelle Produktion genommen haben. Den Klang von Coldplay von vor acht bis zehn Jahren. Vom Gitarrensound über Feedback- und Halleffekte bis hin zu „The Years We Shared“, das wie ein Abklatsch eines alten Hits der Engländer à la „Viva La Vida“ tönt. Das kann auch die Hilfe des Prager Philharmonie Orchesters nicht mehr wettmachen.

Am Ende des Albums kann einzig noch „The Place Where The Rivers Run“ punkten. Der stampfende und tanzbare Folk dieses Liedes passt bestens in die Pubs dieser Welt und schließt einen Kreis zu den Anfängen der Band. Drei gute Songs auf einem Album sind allerdings zu wenig um zu überzeugen, vor allem wenn es sich um ein Abschiedsalbum handelt. So bleibt den Fans nur die Hoffnung auf ein weiteres Livealbum, auf dem vielleicht einer dieser Songs mit den alten Hits, wie „Loch Lomond“ oder „Rhythm Of My Heart“, einen versöhnlichen Abschluss finden.

Anspieltipps:

  • Onar
  • 18th July
  • The Place Where The Rivers Run

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