Grimes - Art Angels - Cover
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Grimes Art Angels


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vierte Grimes-Album ist ein wahrer Pop-Exzess.

„Art Angels“ ist bereits das vierte Album von Grimes. Die Künstlerin, Claire Boucher, die ihre Musik auch selbst produziert, erfuhr ihren eigentlichen Durchbruch mit dem Vorgänger „Oblivion“. Dem sehr kühlen und ungreifbaren Elektro-Pop des Vorgängers, fügt sie nun zahlreiche Elemente hinzu. Das neue Album ist vielseitiger. Es hat viele Einflüsse, die sehr schnell zuzuordnen sind und ebenso viele, die im Hintergrund klingen, die aber gleichermaßen wichtig für die Wirkung sind. Art Angels ist kein Elektro-Pop mehr, der sich primär durch breitflächige Synthies auszeichnet. Auch Gitarre, Klavier, Streicher und Schlaginstrumente kommen würdigend zum Einsatz. Art Angels ist eine Darbietung, die das Album zu einem unwiderstehlichen Pop-Exzess werden lässt und durch die Produktion, die all das im unermüdlich vorantreibenden Rahmen zulässt, veredelt wird.

„Art Angels“ ist ein Album, das sich anhört wie ein Pop-Album, aber eigentlich gar keins ist, weil es dem Pop nur seine eigenen Mittel vorhält. Der Refrain von „California“ macht das vor. Das lang gezogene „Ca-ha-ha-ha-ha-lifornia“ im Refrain ist pure Affirmation. Zunächst. Denn während „California“ gleichzeitig durch „Laughing and not being normal“ und „SCREAM“ umrahmt wird und Grimes damit ihre Mittel offenlegt, ist „California“ gar kein affirmatives Lied, sondern ein anklagendes: „California you only like me when you think I‘m looking sad“. Von den Werten, die hier und da in der Welt vermittelt werden, will Grimes ebenso wenig wissen, wie von den ganzen Anbiederungen des Pop. Ein einfach gestricktes Pop-Lied? Auch wenn es so scheint, aber davon gibt es hier nicht eines.

Dafür initiiert Grimes einfach zu viel auf den verschiedensten Ebenen. Erst ein Zerlegen der Lieder in Einzelteile lässt ersichtlich werden, wie irrsinnig und unvorhersehbar die Lieder arrangiert sind: Der Refrain von „Flesh without Blood“, der eigentlich gar kein Refrain ist, wenn Grimes in maximal gedämpfter und unverständlicher Stimme „And now I don‘t care anymore“ „singt“; Die unzählbaren Geräusche, die im Titeltrack im Hintergrund ihr Unwesen treiben, der Umschwung in „Easily“, wenn aus einer kleinen Ballade ein futuristischer Discotrack wird und dieser wiederum durch eine Geige unterbrochen wird und wie sie allgemein, aber besonders in „Kill V. Maim“, in ihrer Stimmlage variiert; den Übergang ins Synthetische überhörbar werden lässt. Es gibt viel zu entdecken. Und das auf einem Elektro-Pop Album. „Too good to be true“ (Pin).

Anspieltipps

  • California
  • Flesh without Blood
  • Kill V. Maim
  • Pin
  • Realiti
  • Venus Fly

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