Battle - Symptom - Cover
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Battle Symptom


  • Label: The Big Oil Recording Company
  • Laufzeit: 35 Minuten

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5/10 Unsere Wertung Legende
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Gemischtwarenladen statt Fachgeschäft. Die dänische Indie-Rock-Band Battle verhaspelt sich im Gewühl der verwendeten Stile.

Obacht: Die Band Battle ist ein Quartett aus Kopenhagen und nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Experimental-Rock-Band Battles, die grade ihr drittes Album „La Di Da Di“ herausgebracht hat.

Die Dänen von Battle reißen gleich zu Anfang ihres ersten Longplayers mit dem Titelstück „Symptom“ alle Dämme ein. Nach einem lautmalerischen Intro wird der Energielevel kontinuierlich gesteigert und dann beherrschen massiver Garagen-Rock und Heavy-Metal-Riffs das Szenario. Gleich darauf folgt ein Hybrid aus Indie- und College-Rock. Innerhalb von „Drive By Love“ wird der Ausdruck radikal verändert. Ein Wechsel zwischen grummelig-düster und beschwingt-ausgeglichen lässt die Sisters Of Mercy auf die Doobie Brothers treffen, die sich aber nicht verstehen.

Bei „Alive Beat“ bekommt der Underground-Groove durch ein jazziges Saxophon von Jesper Zenthen Farbe ins Gesicht. Dieser Altmeister kann sich auch in „Life In Mono“ und dem abschließenden „Sun“ auszeichnen. Sein Spiel bewegt sich dabei auf unterschiedlichen Schwingungs-Ebenen: meditativ, melodisch, verspielt und experimentell.

Es wird auch akustischer Singer/Songwriter-Stoff geboten, der an Jack Johnson erinnert („Warm Feelings“). Der Indie-Rock wird in unterschiedlicher Ausprägungen verabreicht. Von hektisch-schrammelig („Dog Tag“) über zäh und teilweise noisig („Baby`s Arms“) bis hin zu aggressiv („MDE“).

Die Gruppe probiert viel aus, ohne ein stimmiges Konzept zu verfolgen. Battle sind Allrounder. Sie versuchen, auf etlichen Hochzeiten zu tanzen, um Vielseitigkeit zu beweisen. Dabei entsteht jedoch der Eindruck, dass die Musiker noch nicht genau wissen, was sie eigentlich wollen. Deshalb läuft die Musik manchmal aufgrund von Überambitionierung ins Leere. „Dog Tag“ scheitert trotz rotzig-frischer Punk-Attitüde wegen des blassen, ausdruckslosen Gesangs und der einfallslosen Melodie. Das Schicksal der Halbherzigkeit trifft das pseudo-depressive „Baby`s Arms“ und das inkonsequent stupide, hochgepeitschte „MDE“.

Dass es gesanglich und kompositorisch besser geht, zeigt die Combo beim kurzen Folk von „Reprise“, der durch geschlechterübergreifenden Duett-Gesang eine neue Dimension offenbart. Auch beim verträumten Dream-Pop „You Said It“, bei dem durch die Folk-Beimischungen Erinnerungen an ähnlich gelagerte 60er-Jahre-Kapellen wie Harpers Bizarre aufkommen.

Der Hinweis „Achtung, Baustelle!“ sollte als Sticker auf den Tonträger aufgeklebt werden. Grundsätzlich ist es wohltuend, wenn sich Künstler in unterschiedlichen Betätigungsfeldern tummeln und diese in ihren Sound-Teppich einweben. Aber „Symptom“ ist ein Flickenteppich, bei dem die Bestandteile nicht miteinander harmonieren.

Anspieltipps:

  • You Said It
  • Reprise
  • Alive Beat

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