Chris Brown - Royalty - Cover
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Chris Brown Royalty


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 67 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
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Die künstlerische Entwicklungskurve zeigt wieder nach oben. Dennoch entkommt Brown auch diesmal nicht dem gehobenen Durchschnitt.

Lediglich 15 Monate nach „X“ (09/2014) und nur zehn Monate nach dem gemeinsamen „Fan Of A Fan“-Album mit Tyga (02/2015), legt Chris Brown noch in diesem Jahr ein weiteres Soloalbum vor. Damit behält der 26-jährige Amerikaner seine bisherige Veröffentlichungsgeschwindigkeit bei und seine zahlreichen Fans dürfen sich noch vor Weihnachten auf ein neues Werk freuen.

Zehn Millionen verkaufte Alben, die meisten davon in den USA, sechsmal so viel verkaufte Singles und 3,5 Milliarden YouTube-Views – der achte Brown-Longplayer (die Tyga-Kollaboration mitgerechnet) ist trotz seines ungewöhnlich späten Veröffentlichungstermins durchaus mit einer anspruchsvollen Erwartungshaltung verknüpft. Und Chris Brown ist gewillt, diese zu erfüllen. Dazu wirft er auf „Royalty“ (benannt nach seiner Tochter) zwar kein geballtes Hit-Feuerwerk in den Ring, doch seine künstlerische Entwicklungskurve zeigt nach den ärgerlich-schwachen Werken „Fortune“ (2012) und „X“ wieder nach oben.

Dabei macht Chris Brown gar nicht mal so viel anders als in der Vergangenheit. Seine Songs basieren nach wie vor auf einer gut abgehangenen Mischung aus Soul, R&B, Dancehall, HipHop und Pop, mit dem Unterschied, dass sich der 26-Jährige heuer etwas zurücknimmt und seine Songs nicht mit Autotune-Effekten, Gaststars und Studio-Gimmicks überfrachtet. Damit entkommt Brown zwar auch diesmal nicht dem gehobenen Durchschnitt, wiederholt aber auch nicht die vorangegangenen Ärgernisse. Manchmal muss der Hörer eben auch mit minimalen Entwicklungen zufrieden sein.

Auch wenn Chris Brown auf „Royalty“ musikalisch wesentlich entspannter klingt als zuletzt, spart er in seinen Texten nicht mit ein paar Keulenschlägen in Richtung seiner Ex-Freundinnen. Brown hätte sich aber auch nicht einen gewissen Ruf erarbeitet, wenn er nicht noch ein paar andere Ansichten über Frauen haben würde, die er mit seinen Hörern teilt: „Oh baby, scream my name, put that pussy in my face. Wrap your legs around my head, swing that ass like a chandelier. Baby you‘ve been all alone too long, too long baby girl. I gotta bring you home. Can we take it in a little bit? Don‘t be shy, just a little bit sex and Hennessey, get you wet just a little bit. You ain't gotta stay the night, you can leave in a little bit, little bit, little bit, little bit“.

Fazit: Chris Brown hat sich wieder gefangen und liefert mit „Royalty“ ein angenehm unspektakuläres Album ab, das vieles richtig macht, aber auch noch viel Luft nach oben lässt. Schließlich geht es nicht nur darum, pro Album ein, zwei Hitsingles vorzuweisen, von denen Brown bereits mehr als 60 Millionen Einheiten absetzen konnte, sondern auch mal einen durchgängig guten Longplayer zu produzieren, was ihm bis heute ein wenig abgeht.

Anspieltipps:

  • Liquor
  • Anyway
  • No filter
  • Fine by me
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