Avantasia - Ghostlights - Cover
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Avantasia Ghostlights


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 70 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Tobias Sammet liefert ein gutes Album ab, dem zwar etwas die Überraschungen fehlen, das aber mit tollen Gesangsleistungen aufwarten kann.

Eigentlich wollte Edguy-Frontmann Tobias Sammet sein überaus erfolgreiches Nebenprojekt Avantasia nach dem Veröffentlichungsdoppel „The Wicked Symphony“ und „Angel Of Babylon“ auf Eis legen. Entgegen dieser Ankündigung folgt nun mit „Ghostlights“ nach „Mystery Of Time“ schon das zweite Album der Fortsetzung des All-Star-Projekts.

Inhaltlich geht es sehr verkürzt dargestellt um einen jungen Wissenschaftler, der zwischen die Fronten gerät, da er seine moralischen Wertvorstellungen nicht mit seinem Drang nach wissenschaftlichem Fortschritt und Entwicklung vereinbaren kann. Im Vordergrund stehen allerdings trotzdem die Songs. Seit jeher verstand es Sammet, tolle Gastsänger zu engagieren und ihnen perfekte Songs auf den Leib zu schneidern. Vor allem Jorn Landes Reibeisenstimme und Michael Kiske, der in höheren Tonlagen als zu besten Helloween-Zeiten singt, setzt er eindrucksvoll in Szene. Auch Dee Snider, unterlegt von süßlichem, aber doch bedrohlichem Klavier und der sonst so unsympathisch wirkende Geoff Tate, liefern eine ihrer besten Gesangsleistungen der letzten Jahre ab.

Auch die nur Szenekennern bekannten Gastsänger wie Robert Mason und vor allem Herbie Langhans liefern klasse Gesangsleistungen ab und Sammet lässt sich nicht davon abschrecken, die Show gestohlen zu bekommen. Trotzdem sind viele der Songs zu vorhersehbar und bieten wenige Überraschungen. So gibt es wieder die typische, von einer Frau gesungene Ballade, hier mit Within Temptation-Frontfrau Sharon den Adel, sowie den Märchenonkel gebenden Magnum-Sänger Bob Catley. Härteren Strophen folgen regelmäßig süßliche, melodische Refrains und natürlich ist das ganze Album gespickt mit hymnischen, an Pathos nicht mangelnden Songs.

Einige Songs wie „Draconian Love“, das fast an die Sisters Of Mercy erinnert, der 80er-Jahre-Rocker „Babylon Vampyres“ und das ruhig beginnende, in einem eindrucksvollen Gitarrensolo von Ex-Kiss-Gitarrero Bruce Kulick gipfelnde „Lucifer“ schauen über den Tellerrand hinaus.

So entsteht ein zwiespältiges Gefühl von zwar guten Songs einerseits, einem Déjà-vu-Erlebnis andererseits. Prinzipiell muss das nichts Schlechtes sein und den vielen Avantasia-Fans wird durchaus gute Unterhaltung mit vielen tollen Gesangsleistungen geboten. Bleibt abzuwarten, ob die Fans Tobias Sammet auch am TV unterstützen. Am 25. Februar 2016 tritt die Band nämlich mit „Mystery Of A Blood Red Rose“ beim Vorentscheid des ESC an.

Anspieltipps:

  • The Haunting
  • Seduction Of Decay
  • Draconian Love
  • Babylon Vampyres
  • Lucifer

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