Tricky - Skilled Mechanics - Cover
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Tricky Skilled Mechanics


  • Label: False Idols/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei der neuen Scheibe handelt es sich noch nicht um ein One Trick(y) Pony, aber nicht wenigen Hörern wird dieses Album zu routiniert klingen.

Der Himmel ist oben, der Boden ist unten und Tricky macht gute Musik. Solche Gleichstellungen sind inzwischen so alt wie der Musiker selbst, aber es wird wirklich schwer, Schwächen auszumachen. Ganz dem Titel „Skilled Mechanics“ entsprechend, versteht Tricky etwas von seinem Handwerk. Allerdings hat sich wenig geändert bei Tricky. In Zeiten von dynamischer Software, da man selbst seinen Blu-Ray-Player immer mal wieder updaten muss, wirkt das neue Album wie ein Update, um an Trickys Qualitäten zu erinnern. Das klingt gewohnt nett, hat aber kaum etwas Neues zu bieten.

Es ist äußerst clever von Tricky, dass er zu Beginn mit Oh Land eine weibliche Stimme ins Zentrum stellt, die sich von seiner tiefen Sprechstimme abhebt, diese aber auch gut ergänzt. „I'm Not Going“ drängt sich nicht als berechnete Nummer auf, sondern ist einfach nur ein guter, sphärischer Opener. Das gelingt dem sehr einfach geschriebenen „Beijing To Berlin“ nicht, was mit einer unwiderstehlichen Tanzinfusion wettgemacht wird. Leider hat man einen solchen Track schon oft von anderen Musikern gehört, sodass auch die gute Produktionsarbeit nur bedingt für gehobene Freude sorgt.

Tricky hat die Messlatte nun einmal sehr hoch gehängt. Wenn die Abwechslung durch eher nichtssagende Interluden („Diving Away“) gestaltet wird und sich die zentralen Stücke wie „Boy“, „Don't Go“ und „Here My Dear“ zu sehr gleichen, dann fehlt ein wenig der Drang nach vorne. Diese Tracks liegen ähnlich schon vor und so sind es tatsächlich die auf den Mainstream angelegten „Beijing To Berlin“ und „How's Your Life“, die trotz Oberflächlichkeit am meisten überzeugen. Das gelungene Handwerk lässt sich zwar zu keinem Zeitpunkt abstreiten, aber nur selten geht Trickys bekanntes Material wie in „Well“ ins Blut über.

Als Hörer bekommt man schnell das Gefühl, dass es sich auf „Skilled Mechanics“ um Fingerübungen handelt, die einfach nur gemacht worden sind, weil die beteiligten Musiker es können. Schaut her und staunt über unsere Skills. Nur kennen die meisten Tricky-Hörer schon vorige Outputs, die geladener, experimenteller und nicht minder tanzbar sind. Das neue Album ist ein wenig wie der Closer „Unreal“, welcher ohne irgendein Gefühl zu hinterlassen abebbt und verschwindet. Bis auf vermeintliche Singles wie „Beijing To Berlin“ wird das wohl auf das gesamte Album zutreffen. Dafür ist diese Hochglanzproduktion einfach zu unspektakulär geraten.

Anspieltipps:

  • Beijing To Berlin
  • How's Your Life
  • Well

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